Brennende Autos in Izmir | Bildquelle: AFP

Terror in der Türkei Explosion in Izmir - Verletzte und Tote

Stand: 05.01.2017 15:22 Uhr

Bei einer Explosion vor dem Justizgebäude in der westtürkischen Metropole Izmir sind zwei Menschen getötet worden. Es gab mehrere Verletzte. Zwei der mutmaßlichen Attentäter sollen erschossen worden sein.

In der türkischen Millionenmetropole Izmir ist Medienberichten zufolge eine Autobombe in der Nähe eines Gerichtsgebäudes explodiert. Ein Polizist und ein Gerichtsmitarbeiter wurden getötet, berichtete der Gouverneur von Izmir. Es gebe mindestens fünf Verletzte. Bisherige Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass die verbotene PKK hinter dem Anschlag stecke.

Die Explosion ereignete sich den Angaben zufolge nahe des Eingangs für Richter und Staatsanwälte. Anschließend hätten sich, so der Gouverneur, Sicherheitskräfte mit drei "Terroristen" Schusswechsel geliefert. Dabei seien zwei der Angreifer getötet worden. Der dritte sei auf der Flucht. Die Polizei fahnde mit Unterstützung von Hubschraubern nach dem Flüchtigen.

Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, zahlreiche Krankenwagen seien am Ort der Detonation. Auf Fernsehbildern vom Ort der Explosion waren Flammen und Rauch zu sehen. Der Sender CNN Türk berichtete, das Gerichtsgebäude sei evakuiert worden. Eine Nachrichtensperre sei verhängt worden.

Izmir ist nach Istanbul und Ankara die größte Stadt der Türkei. Bislang ist Izmir von schweren Anschlägen verschont gewesen. Erst in der Silvesternacht hatte ein Terrorist in einem Club in Istanbul 39 Menschen getötet. Die Verantwortung für die Tat in Istanbul hat die Terrormiliz "Islamischer Staat" für sich reklamiert.

Lebenslange Haft für zwei Offiziere

Kurz vor der Explosion in Izmir waren im ersten Urteil zu dem Putschversuch in der Türkei zwei hochrangige Offiziere zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die beiden Angeklagten seien wegen ihrer Rolle bei dem Umsturzversuch gegen die Führung von Präsident Recep Tayyip Erdogan im Juli vergangenen Jahres verurteilt worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Angeklagten hätten die Vorwürfe bestritten.

Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, die Militärs seien schuldig befunden worden, "durch Gewaltanwendung die von der Verfassung vorgesehene Ordnung" aufheben zu wollen. Seit dem Umsturzversuch wurden in der Türkei rund 41.000 Verdächtige wegen mutmaßlicher Beteiligung an den Putschplänen oder wegen angeblicher Unterstützung der Gülen-Bewegung festgenommen. Diese macht die türkische Regierung für den Umsturzversuch verantwortlich.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Januar 2017 um 17:00 Uhr.

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