Wahlzettel in Italien | Bildquelle: GIUSEPPE LAMI/EPA-EFE/REX/Shutte

Wahl in Italien Noch kein Ergebnis - aber schon eine Revolution

Stand: 05.03.2018 08:13 Uhr

Bei der Wahl in Italien liegt das rechte Parteienbündnis von Berlusconi vorn. Auch die populistische Fünf-Sterne-Bewegung schnitt gut ab. Dem Land droht eine Hängepartie.

Von Tassilo Forchheimer, ARD-Studio Rom

Ein Rechtsruck im einstmals roten Norden und eine Fünf-Sterne-Bewegung, die vor allem im Süden geradezu triumphiert - die Meinungsforscher in Italien sprechen von einer Revolution. Bei dieser Wahl haben die Anti-Systemparteien gewonnen, heißt es. "Italien unregierbar" titelt eine Zeitung. Der regierende Partito Democratico sei K.o., schreibt ein anderes Blatt - was die italienischen Sozialdemokraten selbst kaum anders sehen können angesichts eines Ergebnisses, das am Ende unter 20 Prozent liegen könnte.

Maurizio Martina, momentan noch Minister von der Demokratischen Partei, räumt mitten in der Nacht die Niederlage ein und verweist für alle weiteren Bewertungen auf den folgenden Tag. Dann werde sich auch der Parteivorsitzende und Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi äußern. Solange die Auszählung noch läuft, will sich kein Parteichef zu früh festlegen.

Unklare Verhältnisse nach Parlamentswahl in Italien
tagesschau 12:00 Uhr, 05.03.2018, Katja Rieth, ARD Rom

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Berlusconi-Bündnis hofft auf Regierungsauftrag

Vorläufige Zurückhaltung auch bei Silvio Berlusconi. Für seine Forza Italia trat Renato Brunetta, der bisherige Fraktionsvorsitzende in der Abgeordnetenkammer, vor die Presse und meinte, das, was zähle, sei, "dass das Mitte-Rechts-Bündnis gewonnen hat. Und weil die Fünf Sterne nicht fähig sind, Allianzen zu schmieden, werden sie zwar die Stärksten sein, aber nicht die Mehrheitsführer der nächsten Regierung".

Tatsächlich hat das Mitte-Rechts-Bündnis mit etwa 37 Prozent ein wirklich gutes Ergebnis erzielt. Was Berlusconi allerdings überhaupt nicht gefallen dürfte, ist die Tatsache, dass sein Bündnispartner Matteo Salvini von der Lega Nord deutlich mehr Stimmen sammeln konnte als er. Die Lega hatte sich im Wahlkampf vor allem mit fremdenfeindlichen Tönen profiliert.

Salvini war es auch, der die einstmals separatistische Lega Nord in eine Partei mit gesamtitalienischem Machtanspruch verwandelt hat. Das scheint ihm tatsächlich gelungen zu sein.

Gewinner sind die Fünf Sterne

Der große Gewinner dieser Wahl ist allerdings die Fünf-Sterne-Bewegung, die am Ende bei über 30 Prozent landen könnte. Ohne sie dürfte eine Regierungsbildung schwierig werden. Schon jetzt gibt sich die Bewegung selbstbewusst.

Alessandro Di Battista, eines der bekanntesten Gesichter der Fünf Sterne, definierte noch in der Wahlnacht die neuen Spielregeln:

"Alle anderen müssen zu uns kommen, um mit uns zu sprechen. Das ist die beste Garantie, das sage ich hiermit allen Bürgern. Die anderen müssen sich an unsere Spielregeln halten: Transparenz, Korrektheit, Glaubwürdigkeit - basierend auf unseren Vorschlägen und Lösungen, die wir für dieses Land haben. Und diese Diskussion wird in den kommenden Tagen und Wochen stattfinden."

Italien wählt ein neues Parlament
tagesthemen 22:45 Uhr, 04.03.2018, Ellen Trapp, ARD Rom

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Schwierige Regierungsbildung

Einfach wird es nicht. Sollten sich die Zahlen der Hochrechnungen bewahrheiten, wird keiner der drei großen Blöcke eine Regierungsmehrheit bekommen. Italien steht vor schwierigen Wochen. Eine Schlüsselrolle wird Staatspräsident Sergio Mattarella zukommen, der nach den nun anstehenden Sondierungsgesprächen am Ende den Regierungsauftrag erteilen muss.

Über mangelndes Interesse der Bürger konnte sich in der Wahlnacht niemand beklagen. Anders als zunächst befürchtet, war die Wahlbeteiligung mit etwa 73 Prozent fast genauso hoch wie bei den Parlamentswahlen vor fünf Jahren.

Anti-Systemparteien triumphieren - keine Regierungsmehrheit
Tassilo Forchheimer, ARD Rom
05.03.2018 06:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. März 2018 um 08:00 Uhr.

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