Italienische Feuerwehrleute suchen in der Nähe von Farindola (Italien) nach Überlebenden. | Bildquelle: dpa

Verschüttetes Hotel in Italien Helfer retten mehrere Überlebende

Stand: 20.01.2017 14:46 Uhr

Die Helfer hatten sich wenig Hoffnung gemacht, doch nun konnten sie mehrere Menschen aus den Schneemassen befreien. Medienberichten zufolge soll auch ein Kind unter den Geretteten sein. Die Suche nach weiteren Überlebenden dauert an.

Von Stefan Troendle, ARD-Studio Rom

"Sepolto nel ghiaccio" - "Begraben unter dem Eis". Diese Schlagzeile der italienischen Zeitung "La Stampa" macht wohl die verzweifelte Lage der Helfer am besten deutlich, die versuchen in den Trümmern des von einer Lawine zerstörten Berghotels in Farindola westlich von Pescara noch Überlebende zu retten. Dennoch ist nun ein kleines Wunder geschehen: Insgesamt seien mindestens acht Überlebende aus den Trümmern befreit worden, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Zuvor hatte andere Medien von bis zu elf Menschen berichtet. Sie befänden sich in gutem Zustand, sagte der Helfer Marco Bini. Medienberichten zufolge sollen auch zwei Kinder unter den Überlebenden sein.

Unterdessen dauert die Suche nach weiteren Überlebenden an, mehr als 130 Retter sind im Einsatz.Lorenzo Gagliardo von der Finanzpolizei hatte die Unglücksstelle als einer der Ersten auf Tourenskiern erreicht und schnell erkannt, wie ernst die Lage war: "Wir haben gerufen, wir haben keine Stimmen gehört, keine Hilferufe - nichts."

Sechs Menschen lebend geborgen nach Lawine in Mittelitalien
Ellen Trapp, ARD Rom, 20.01.2017, tagesschau 16:00 Uhr

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Schnee hart wie Beton

Durch die Wucht der Lawine ist der zusammengedrückte Schnee über den weit verstreuten Trümmern hart wie Beton. Der italienische Zivilschutz will deswegen an der Unglücksstelle nun auch schweres Gerät einsetzen.

"Die Hoffnung ist immer der Antrieb - für alle, die in solchen Fällen arbeiten. Wenn es die nicht gäbe, würden Helfer nicht versuchen, gegen Hindernisse anzukämpfen. Hoffnung gibt es immer", sagte Zivilschutzchef Fabrizio Curcio.

Die italienische Bergwacht hat auch Lawinenhunde im Einsatz. Diese nehmen zwar immer wieder Witterung auf, die Helfer graben dann vier bis fünf Meter tief - gefunden haben sie aber bisher weder weitere Opfer noch Überlebende. Die Suche ging die ganze Nacht weiter, wie der stellvertretende Innenminister Filippo Bubbico betonte.

Die Behörden stehen im engen Kontakt mit den Angehörigen der mindestens 20 weiterhin Vermissten: "Das ist eine schlimme Situation für sie. Sie machen sich große Sorgen und befürchten das Schlimmste. Wir haben ihnen zugesagt, alles Menschenmögliche zu tun - und zwar so schnell es geht. Auch heute Nacht sind die Arbeiten weitergegangen. Vor kurzem haben wir noch mehr Bergungspersonal an die Unglücksstelle geschickt, um die Suche weiter zu verstärken", ergänzte er.

Italienische Feuerwehrleute suchen in der Nähe von Farindola (Italien) in einem Hotel nach Überlebenden. | Bildquelle: REUTERS
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Italienische Feuerwehrleute suchen in der Nähe von Farindola (Italien) in einem Hotel nach Überlebenden.

Notstand verhängt

Das italienische Kabinett beschloss am Vormittag, den Notstand über die Region zu verhängen. Allerdings ist das vor allem eine technische Maßnahme, die dazu dient, der Regierung mehr Möglichkeiten zu geben - im Bezug auf Geld und den Einsatz von Helfern.

Ministerpräsident Paolo Gentiloni sagte über die Hilfsarbeiten: "Zunächst geht es um das Leben und das Wohlergehen der Menschen, also erst mal um die abgeschnittenen Orte, dann um die Versorgung mit Strom und schließlich um die Straßen, die geräumt werden müssen. Da gibt es keine Reihenfolge, wir arbeiten an all diesen Punkten natürlich gleichzeitig."

Die Lage im Erdbebengebiet generell hat sich zwar leicht entspannt, aber immer noch sind in den Abruzzen und Marken etwa 50.000 Menschen ohne Strom, immer noch sind Orte von der Außenwelt abgeschnitten, weil es die Helfer wegen der zahlreichen umgestürzten Bäume und wegen der durch die Beben ausgelösten Erdrutsche noch nicht geschafft haben, alle Straßen wieder befahrbar zu machen. Aber auch sie müssen aufpassen - weil es etwas wärmer wird, steigt auch die Gefahr von weiteren Lawinen.

Das Innere des Hotels in der Nähe von Farindola (Italien) | Bildquelle: REUTERS
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Das Innere des Hotels in der Nähe von Farindola (Italien)

Suche nach Verschütteten geht weiter
S. Troendle, ARD Rom
20.01.2017 13:08 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Januar 2017 um 20:00 Uhr.

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