Rettungskräfte am verschütteten Hotel in den italienischen Abruzzen | Bildquelle: AP

Verschüttetes Hotel in Italien Alle Vermissten sind tot

Stand: 26.01.2017 01:22 Uhr

Eine Woche nach dem Lawinenunglück in Mittelitalien gibt es traurige Gewissheit: Alle noch Vermissten sind tot aus den Trümmern des Hotels in den Abruzzen geborgen worden. 29 Leichen wurden insgesamt gefunden. Elf Menschen überlebten das Unglück.

Nach dem Lawinenunglück in Italien sind alle noch Vermissten tot aus den Trümmern des Hotels in den Abruzzen geborgen worden. 29 Leichen seien insgesamt gefunden worden, teilte die Feuerwehr mit.

Nach dem Lawinenabgang am späten Mittwochnachmittag vergangener Woche waren bis Samstag elf Menschen, darunter vier Kinder, gerettet worden. Seitdem wurden nur noch Leichen gefunden. Die Rettung mehrerer Hundewelpen aus dem verschütteten Hotel hatte den Einsatzkräften am Montag jedoch kurzzeitig wieder Hoffnung gegeben.

Vorwürfe gegen Behörden

Nach dem Lawinenunglück mehren sich die Vorwürfe gegen die Behörden. Die Staatsanwaltschaft in Pescara ermittelt gegen unbekannt wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung. Sie geht unter anderem Anschuldigungen nach, wonach Notrufe ignoriert worden sein sollen und sich der Rettungseinsatz in der Abruzzen-Gemeinde verzögert haben soll. Es würden auch alle Entscheidungen überprüft, die zur Eröffnung des Hotels geführt hätten, hatte Staatsanwältin Cristina Tedeschini gesagt. Es stellt sich die Frage, ob das Hotel an dem Steilhang nach den heftigen Schneefällen in der Region nicht schon vorher hätte evakuiert werden müssen. Das Hotel Rigopiano liegt in 1200 Metern Höhe unter einem Steilhang am Fuße des Bergmassivs Gran Sasso. Die Zufahrtsstraßen waren wegen des hohen Schnees vor dem Unglück nicht passierbar.

Die italienische Regierung versprach eine genaue Untersuchung möglicher Fehler bei dem Rettungseinsatz. Juristische Ermittlungen würden klären, ob es Verzögerungen bei dem Einsatz gegeben habe und wer dafür verantwortlich sei, sagte Ministerpräsident Paolo Gentiloni.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 25. Januar 2017 um 22:15 Uhr und die tagesschau am 26. Januar 2017 um 01:53 Uhr.

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