Regenbogenflagge in Istanbul | Bildquelle: AFP

"Marsch des Stolzes" Gay-Pride-Parade in Istanbul verboten

Stand: 24.06.2017 18:45 Uhr

Die für Sonntag geplante Gay-Pride-Parade in Istanbul soll doch nicht stattfinden. Die Behörden begründen das Verbot mit Sicherheitsbedenken. Der Marsch gefährde "die Sicherheit von Touristen und die öffentliche Ordnung", heißt es.

Die türkischen Behörden haben die geplante Gay-Pride-Parade in Istanbul verboten. Der Umzug könne nicht stattfinden, weil er "die Sicherheit von Touristen und die öffentliche Ordnung" gefährde, teilte die Istanbuler Provinzbehörde mit. Eigentlich hatte die Demonstration für die Gleichberechtigung von Homo- und Transsexuellen am Sonntag stattfinden sollen.

Aktivisten hatten in Sozialen Medien angekündigt, die Gay-Pride-Parade solle am Taksim-Platz beginnen. Diese Gegend sei für Demonstrationen nicht vorgesehen, zudem sei kein Antrag dafür eingegangen, so das Büro des Gouverneurs. Von verschiedenen Gruppen habe es außerdem "ernste Reaktionen" gegen den Marsch gegeben.

Bereits in den vergangenen beiden Jahren war die Parade verboten worden. 2015 waren dennoch Tausende auf die Straße gegangen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas gegen die friedlichen Demonstranten ein.

Organisatoren wollen sich trotzdem versammeln

Noch 2014 hatte der "Marsch des Stolzes" für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen in Istanbul bis zu 100.000 Menschen angezogen. In den Jahren zuvor hatte die Veranstaltung stattgefunden, ohne dass es zu Zwischenfällen kam. Damit war die Istanbuler Gay-Pride die einzige derartige Demonstration in einem mehrheitlich muslimischen Land in dieser Weltregion.

Die Organisatoren der Parade erklärten, sich trotz des Verbots im Zentrum der Stadt versammeln zu wollen. Der Taksim-Platz solle aber gemieden werden. Auf dem zentralen Platz im europäischen Teil der türkischen Metropole war es in der Vergangenheit immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. Juni 2017 um 16:40 Uhr

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