Blumen und Kerzen in der Istiklal-Straße in Istanbul, wo sich der Selbstmordattentäter in die Luft sprengte | Bildquelle: REUTERS

Tote und Verletzte in türkischer Metropole Anschlag im Herzen Istanbuls

Stand: 19.03.2016 23:23 Uhr

Vier Tote, dutzende Verletzte: Das ist die traurige Bilanz des Anschlags mitten in einer Istanbuler Fußgängerzone. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage nahmen Attentäter die Türkei ins Visier. Premierminister Davutoglu verurteilte die Anschläge.

Zwei Terroranschläge innerhalb weniger Tage haben die Türkei erschüttert: Am vergangenen Sonntag wurden 37 Menschen in Ankara getötet, nun wurde Istanbul Ziel eines Angriffs. In einer beliebten Fußgängerzone im Zentrum der Millionenmetropole sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft und riss mindestens vier Menschen mit in den Tod.

Israelischen Regierungsangaben zufolge handelt es sich bei mindestens zwei Todesopfern um Israelis, die auch die US-Staatsbürgerschaft haben. Türkische Medien melden, einer der Toten stamme aus dem Iran.

Dem türkischen Gesundheitsministerium zufolge wurden 36 Menschen verletzt, darunter zwölf Ausländer unter anderem aus Israel, Irland, Island und dem Iran. Auch von einem deutschen Verletzten war zunächst die Rede. Das Auswärtige Amt widersprach den türkischen Angaben jedoch.

Selbstmordanschlag im Zentrum von Istanbul
tagesthemen 23:15 Uhr, 19.03.2016, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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Davutoglu verurteilt Angriff

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu verurteilte den Anschlag. Die Türkei habe immer betont, dass Terrorismus keine Religion, keine Sprache und keine Ethnie kenne. "Terrorismus muss verurteilt werden - wer auch immer die Täter sind". Was mögliche Hintermänner angeht, machte er keine Angaben. Zu dem Attentat bekannte sich bislang auch niemand.

Regierungsnahe Medien machten allerdings die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) für den Angriff verantwortlich. Demnach wurde der Attentäter als ein 33-jähriger Türke identifiziert, der ein IS-Kämpfer gewesen sein soll.

Viele Anschläge in den vergangenen Monaten

In der Türkei hatte es in den vergangenen Monaten mehrmals Anschläge gegeben. So wurden Sicherheitskräfte immer wieder Ziel von Angriffen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK). Die Sicherheitskräfte bekämpfen die PKK massiv im Südosten des Landes.

Allerdings wurden in der Vergangenheit Anschläge auch dem IS oder linksterroristischen Gruppen angelastet. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte bei einem Besuch im Iran: "Der Terror hat sein hässliches Gesicht gezeigt". Auch der stellvertretende Ministerpräsident Numan Kurtulmus verurteilte den Anschlag aufs Schärfste.

Warnung des Auswärtigen Amtes

Das Auswärtige Amt rät deutschen Touristen, in ihren Hotels zu bleiben. Bereits am Donnerstag und Freitag waren das deutsche Generalkonsulat in Istanbul, die Botschaft in Ankara und weitere deutsche Einrichtungen wegen einer Terrorwarnung geschlossen worden. Das Auswärtige Amt hatte die Bundesbürger zudem zu Achtsamkeit in Istanbul aufgerufen.

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