Ein bewaffneter Polizist vor dem Istanbuler Nachtclub "Reina" | Bildquelle: dpa

Ministerpräsident bestätigt Festnahme Polizei fasst Nachtclub-Attentäter

Stand: 17.01.2017 10:44 Uhr

Der mutmaßliche Nachtclub-Attentäter von Istanbul ist festgenommen worden - das bestätigte jetzt der türkische Ministerpräsident Yildirim. Der Mann stamme aus Usbekistan und habe die Tat gestanden, sagte zudem der Gouverneur von Istanbul.

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat die Festnahme des mutmaßlichen Istanbuler Nachtclub-Angreifers bestätigt. Der Schütze, der die Tat in der Silvesternacht in dem Club "Reina" verübt habe, sei gefasst worden, sagte Yildirim. Er hoffe, dass das Verhör des Mannes zeigen werde, welche "Kräfte" hinter dem Anschlag mit 39 Toten gestanden hätten.

"Der abscheuliche Terrorist, der den Ort der Unterhaltung am Silvesterabend angegriffen und den Verlust so vieler Leben herbeigeführt hat, ist gefangen genommen worden", sagte Yildirim. Details zu den Ermittlungen wollte er nicht nennen. Bekannt wurde allerdings, dass der Mann große Mengen in ausländischer Währung bei seiner Festnahme bei sich hatte. Bei dem Hauptverdächtigen seien 197.000 US-Dollar (185.000 Euro) und zwei Pistolen sichergestellt worden, sagte der Istanbuler Gouverneur Vasip Sahin.

Hauptverdächtiger des Silvester-Anschlags in Istanbul gefasst
tagesschau 17:00 Uhr, 17.01.2017, Oliver Meyer-Rüth, ARD Istanbul

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Sahin sprach auch von einem Geständnis des Festgenommenen. Der 33-Jährige stammt laut dem Gouverneur aus Usbekistan und sei in Afghanistan ausgebildet worden. Er sei vermutlich im Januar 2016 in die Türkei gekommen. Zudem sei klar, dass der Mann die Bluttat im Auftrag der Terrormiliz "Islamischer Staat" ausgeführt habe. "Er ist ein viersprachiger, gut ausgebildeter Terrorist." Vermutet wird, dass er im Januar 2016 in die Türkei gekommen sei.

Weitere Festnahmen

Türkische Medien hatten zuvor von der Festnahme berichtet. Sie meldeten, dass die Behörden den Verdächtigen als den Usbeken Abdulgadir M. identifiziert und in einer Wohnung im Istanbuler Stadtteil Esenyurt auf der europäischen Seite der Metropole festgenommen hätten. Berichte, wonach der vierjährige Sohn des Verdächtigen bei der Festnahme anwesend war, dementierte der Gouverneur.

Nach Angaben von Sahin waren rund 2000 Polizisten sowie Mitarbeiter des Geheimdiensts MIT an der Fahndung beteiligt. Das türkische Fernsehen sprach von vier weiteren Festnahmen - drei Frauen und ein aus Kirgistan stammender Mann sollen demnach festgenommen worden sein.

"IS" reklamierte Tat für sich

Der Angreifer war in der Silvesternacht in den berühmten Istanbuler Club "Reina" eingedrungen und hatte wahllos auf Feiernde geschossen. 39 Menschen waren getötet worden, darunter mindestens 26 Ausländer. Dutzende weitere Menschen waren verletzt worden. Dem Mann war anschließend die Flucht gelungen. Nach ihm war fieberhaft gefahndet worden. 

Die Tat hatte die Terrormiliz "Islamischer Staat" für sich reklamiert, die von Vergeltung für den türkischen Militäreinsatz in Syrien sprach. Dort geht die Türkei gegen die Islamisten vor und will sie von der Grenze vertreiben.

Auch Uiguren unter Verdacht

Erst am Freitag war gegen zwei zuvor festgenommene ausländische Verdächtige Untersuchungshaft verhängt worden. Die Nachrichtenagentur Anadolu hatte gemeldet, bei ihnen handele es sich um Uiguren aus China. Sie würden unter anderem der "Mitgliedschaft in einer Terrororganisation" und der "Beihilfe zum vorsätzlichen Mord in 39 Fällen" verdächtigt.

Die muslimische Minderheit der Uiguren in der Region Xinjiang in Nordwestchina ist ein Turkvolk und fühlt sich von den Chinesen unterdrückt. Die Türkei setzt sich seit langem für die Uiguren ein. China wirft der Türkei vor, geflüchteten Uiguren türkische Reisepässe auszustellen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Januar 2017 um 09:00 Uhr.

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