Polizisten vor der Blauen Moschee in Istanbul | Bildquelle: AFP

Nach Anschlag in Istanbul Zehn Verdächtigen wird der Prozess gemacht

Stand: 17.01.2016 22:00 Uhr

Fünf Tage nach dem Selbstmordanschlag auf Touristen in Istanbul hat die türkische Justiz zehn Verdächtige inhaftiert und Strafverfahren gegen sie eröffnet. Medienberichten zufolge wird ihnen Zugehörigkeit zu einer Terrororganisation vorgeworfen.

Nach dem Anschlag in Istanbul mit zehn deutschen Opfern will die türkische Justiz zehn Verdächtige wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Selbstmordattentäter vor Gericht stellen. Das türkische Staatsfernsehen TRT berichtete, ein Gericht habe die Verdächtigen vernommen und danach Untersuchungshaft für zehn von ihnen angeordnet.

Wie die Nachrichtenagentur Dogan meldete, wird ihnen "Zugehörigkeit zu einer terroristischen Organisation" vorgeworfen. Sechs weitere Verdächtige, die ebenfalls einem Richter vorgeführt worden waren, wurden demnach wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen einen minderjährigen Verdächtigen laufe ein gesondertes Verfahren.

Am vergangenen Dienstag hatte sich ein Selbstmordattentäter nahe der Blauen Moschee einer deutschen Reisegruppe genähert und dann in die Luft gesprengt. Türkischen Behördenangaben zufolge handelte es sich um einen der Terrormiliz "Islamischer Staat" angehörenden Syrer. Zu dem Anschlag hat sich bislang aber keine Gruppe bekannt.

Särge der Anschlagsopfer sind in Berlin Tegel aufgebahrt | Bildquelle: dpa
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Am Samstag wurden die sterblichen Überreste der Anschlagsopfer nach Deutschland übergeführt.

"Gezielter Anschlag auf Touristen"

Eine Verbindung des Täters nach Deutschland oder einen gezielten Anschlag auf deutsche Staatsbürger sieht das Bundeskriminalamt (BKA) nicht. "Es war ein gezielter Anschlag auf Touristen in der Türkei. Der Täter hat sich eine größere Reisegruppe ausgesucht, aber nach derzeitigen Erkenntnissen offenbar nicht gezielt eine deutsche", sagte BKA-Präsident Holger Münch der "Bild am Sonntag".

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