Wasserversorgung in Gaza | Bildquelle: AFP

Vereinbarung mit Israel Palästinenser bekommen mehr Wasser

Stand: 13.07.2017 17:11 Uhr

Endlich gute Nachrichten aus Nahost: Israel will jedes Jahr mehrere Millionen Kubikmeter Wasser zusätzlich und zum Vorzugspreis ins Westjordanland und den Gaza-Streifen liefern - dieses ist dort chronisch knapp. Die USA halfen, den jahrelangen Streit beizulegen.

Seit Jahren streiten Israel und die Palästinenser um die Wasserversorgung in der Region. Nun will Israel den Palästinensern jährlich zusätzlich 32 Millionen Kubikmeter Wasser zum Vorzugspreis liefern. Eine entsprechende Vereinbarung präsentierten beide Seiten in Jerusalem. 22 Millionen Kubikmeter werden danach künftig in das Westjordanland verkauft, zehn Millionen Kubikmeter in den Gazastreifen. Die ersten Lieferungen sollen bereits bald beginnen.

USA vermitteln

Vertreter der Palästinenser, Israels und der USA beschlossen in Jerusalem weitere Wasserlieferungen an die Palästinenser. | Bildquelle: REUTERS
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Vertreter der Palästinenser, Israels und der USA beschlossen in Jerusalem weitere Wasserlieferungen.

"Dies wird das Leiden der Palästinenser lindern, welches sich mit dem Beginn des Sommers noch verstärkt hat", sagte der Leiter der Palästinensischen Wasserbehörde, Masin Gunaim. Zachi Hanegbi, israelischer Minister für regionale Kooperation, nannte den Kanal das "größte, ambitionierteste Projekt, das je in der Region initiiert wurde". Zustandegekommen war die Vereinbarung unter anderem durch Initiative der USA. Der Nahostbeauftragte der US-Regierung, Jason Greenblatt, begrüßte die Einigung: "Im Nahen Osten ist Wasser ein kostbares Gut."

Der Vertrag ist mit dem "Friedenskanal"-Projekt verbunden. Dieses sieht vor, eine 180 Kilometer lange Wasserleitung vom Roten zum Toten Meer zu bauen und Wasserkraftwerke zu errichten, die den Höhenunterschied zwischen beiden Meeren zur Stromerzeugung nutzen. Auch eine Meerwasserentsalzungsanlage gehört dazu, aus der das Süßwasser für die Palästinenser künftig kommen soll. Mit dem Projekt wollen Israel, die Palästinenser und Jordanien auch zur Rettung des Toten Meeres beitragen. Der Salzsee trocknet seit Jahren aus.

Schlechte Lebensbedingungen in Gaza

Der Vertragsabschluss könnte den Boden für weitere Verhandlungen bereiten. Die Lebensbedingungen im Gaza-Streifen verschlechtern sich seit Jahren. Eine UN-Studie warnt, bis 2020 könnte die einzige Wasserquelle dort versiegt sein - und die Region dadurch unbewohnbar werden. Auch das Bruttoinlandsprodukt sei, ebenso wie die Rückstellungen für das Gesundheitswesen, zurückgegangen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Juli 2017 um 17:00 Uhr.

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