Syrische Zivilschutzfreiwillige, bekannt als "Weißhelme" inmitten der Trümmer von Aleppo (Archiv) | Bildquelle: AFP

Humanitäre Aktion Israel rettet syrische Weißhelme

Stand: 22.07.2018 19:52 Uhr

Das israelische Militär hat Mitglieder der syrischen Rettungsorganisation Weißhelme aus einem Grenzgebiet gerettet. Acht Helfer werden mit ihren Familien von Deutschland aufgenommen.

Die israelische Armee hat mehrere hundert syrische Weißhelme und deren Familien in Sicherheit gebracht. Die Mitglieder der Hilfsorganisation und ihre Familien wurden nach Israel geholt und dann nach Jordanien weitergeleitet. Die dortige Regierung erklärte unmittelbar darauf, die Menschen würden nun nach Deutschland, Kanada und Großbritannien gebracht. Laut jordanischem Außenminister Ajman Safadi geht es um 422 Personen, zuvor war von 800 Geretteten die Rede.

Isreal rettet hunderte Helfer der Organisation "Weißhelme"
tagesschau 20:00 Uhr, 22.07.2018, Susanne Glass, ARD Tel Aviv

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Acht Helfer nach Deutschland

Deutschland nimmt nach Angaben des Bundesinnenministeriums acht Mitarbeiter und deren Familienangehörige auf. Es sei noch unklar, wieviele Familienmitglieder die Helfer mit ins Land brächten, so das Ministerium.

Die Syrer müssen nach ihrer Ankunft in der Bundesrepublik nicht Asyl beantragen, da Paragraf 22 des Aufenthaltsgesetzes eine Aufnahme aus dem Ausland "aus völkerrechtlichen oder dringenden humanitären Gründen" erlaubt. Die Evakuierung sei allein aus humanitären Gründen erfolgt, hieß es vom Ministerium.

Michael Roth, Staatsminister im Auswärtigen Amt, lobte Israel für die Rettung der Weißhelm-Mitarbeiter und ihrer Familien. "Den Israelis kann man nur dankbar sein, dass sie Menschen gerettet haben, die in Syrien unter Gefahr für Leib und Leben Großartiges geleistet haben", sagte Roth der "Welt". "Danke, Israel, für diesen Akt der Humanität und Solidarität." Das Auswärtige Amt unterstützt die Weißhelme nach eigenen Angaben seit 2016 mit zwölf Millionen Euro.

Kanadas Außenministerin Chrystia Freeland erklärte, ihr Land bemühe sich in enger Abstimmung mit Deutschland und Großbritannien darum, die Menschen in Sicherheit zu bringen. Kanada sei stolz, die Ausbildung der Ersthelfer finanziell zu unterstützen, und empfinde eine "tiefe moralische Verpflichtung" gegenüber diesen Menschen, die "Tapferkeit und Selbstlosigkeit" bewiesen.

Das Bild zeigt mutmaßliche "Weißhelm"-Mitarbeiter, die offenbar wegen eines Giftgas-Angriffs behandelt werden. | Bildquelle: MOHAMMED BADRA/EPA-EFE/REX/Shutt
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Syrische Weißhelm-Mitarbeiter retten unter anderem Menschen aus zerstörten Gebäuden.

"Ausnahmsweise erfolgte humanitäre Geste"

Die syrischen Weißhelme kümmern sich im Kriegsgebiet vor allem um die Bergung von Menschen aus Gebäuden, die durch die Kampfhandlungen zerstört wurden. Die syrische Regierung und Russland werfen ihnen vor, die Rebellen zu unterstützen und aus dem Ausland gesteuert zu sein. Die Organisation betont dagegen ihre Neutralität.

Die israelische Armee erklärte, der Militäreinsatz bedeute keine Änderung in der Politik Israels, das eine Aufnahme von syrischen Flüchtlingen ablehnt. "Es handelt sich um eine ausnahmsweise erfolgte humanitäre Geste", hieß es in der Erklärung. "Israel behält seine Politik der Nichteinmischung in den Konflikt in Syrien bei. Es hält das syrische Regime für alles verantwortlich, was auf syrischem Boden passiert."

Seit 1967 hält Israel einen Teil der Golanhöhen an der Grenze zu Syrien besetzt. In der Vergangenheit hat Israel geflüchtete Zivilisten auf dem von Syrien kontrollierten Teil der Golanhöhen mit Medikamenten und Lebensmitteln versorgt. Trotz der erklärten Politik der Nichteinmischung bombardierte die israelische Luftwaffe mehrfach Ziele in Syrien, um nach eigenen Angaben Waffentransporte zu treffen, die für die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon bestimmt gewesen seien.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Juli 2018 um 09:00 Uhr.

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