Ein palästinensischer vermummter Mann bei Protesten. | Bildquelle: REUTERS

Gewalt dauert an Erneut Messerangriffe in Israel

Stand: 08.10.2015 22:07 Uhr

Die Reihe blutiger Angriffe in Israel geht weiter. Vier Israelis wurden von palästinensischen Attentätern verletzt. Premierminister Netanyahu will die Lage mit einem Besuchsverbot des Tempelbergs beruhigen.

Die Serie von blutigen Angriffen auf Israelis setzt sich fort. Palästinensische Attentäter haben bei vier separaten Zwischenfällen Israelis mit Stichwaffen angegriffen und verletzt. Im Zentrum von Jerusalem verletzte ein palästinensischer Jugendlicher einen Israeli mit Messerstichen schwer. Nach Angaben der Polizei wurde der 19-Jährige festgenommen.

Im Zentrum von Tel Aviv griff ein Palästinenser eine Soldatin mit einem Schraubenzieher an und versuchte, ihr die Waffe zu entreißen. Andere Soldaten griffen ein und erschossen ihn, wie die Polizei bestätigte. Die Soldatin und drei weitere Uniformierte erlitten bei dem Vorfall in unmittelbarer Nähe des israelischen Armeekommandos leichte Verletzungen. Ein weiterer Attentäter stach am Rande der Siedlung Kiriat Arba nahe Hebron mit einem Messer auf einen Israeli ein. Der Mann wurde schwer verletzt. Der Angreifer konnte entkommen. Die israelischen Streitkräfte leiteten die Suche nach ihm ein.

In den Abendstunden verletzte ein Palästinenser in der nordisraelischen Stadt Afula zwei Israelis mit einem Messer. Der Attentäter wurde von Passanten überwältigt und festgenommen.

Israelische Sicherheitskräfte erschossen am Abend zudem einen 20-jährigen Palästinenser, als sie in das Flüchtlingslager Schoafat bei Jerusalem eindrangen. Die Razzia galt der Wohnstätte des 19-Jährigen, der am selben Tag in Jerusalem ein Messerattentat verübt hatte. Bewohner des Flüchtlingslagers hatten sich den Sicherheitskräften mit Gewalt in den Weg gestellt.

Netanyahu verhängt Besuchsverbot für Tempelberg

In den vergangenen Tagen war es immer wieder zu Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern gekommen. Dabei wurden vier Israelis bei Messerattacken getötet und sieben Palästinenser erschossen. Premierminister Benjamin Netanyahu sagte, sein Land befände sich auf dem Höhepunkt einer Terrorwelle. Um die Lage zu beruhigen, ordnete er an, dass keine israelischen Minister oder Abgeordnete den Tempelberg betreten dürfen.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu | Bildquelle: AFP
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Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu

Das Besuchsverbot gilt auch für die arabischen Knessetabgeordneten, die muslimischen Glaubens sind. Einige kündigten zunächst an, an diesem Freitag auf dem Plateau des Tempelbergs das Freitagsgebet abzuhalten. Nach Berichten des israelischen Rundfunks gab jedoch die Fraktion der Vereinigten Arabischen Liste bekannt, dass der Besuch verschoben worden sei. Es hieß, man wolle die Lage beruhigen.

Der Tempelberg ist Juden und Muslimen heilig. Auseinandersetzungen um den Ort sind mit der Auslöser der aktuellen Konflikte. Am Fuß befindet sich die Klagemauer, der Überrest des zweiten jüdischen Tempels, an der die Juden beten. Auf dem Plateau stehen die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom, ein Ort, der in der Regel den Muslimen vorbehalten ist. Die aktuelle Welle der Gewalt war angefacht worden, nachdem ein rechtsgerichtetes Regierungsmitglied demonstrativ das Plateau besucht hatte.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 08. Oktober 2015.

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