Irakische Truppen haben die Stadt Ramadi wieder eingenommen.  | Bildquelle: AP

Krieg gegen den "Islamischen Staat" "IS hat 30 Prozent seiner Gebiete verloren"

Stand: 06.01.2016 03:00 Uhr

Die Dschihadisten-Miliz "Islamischer Staat" hat nach Angaben der internationalen Anti-IS-Allianz rund ein Drittel ihres ursprünglich kontrollierten Gebietes wieder verloren. Im Irak seien seit dem Sommer 2014 sogar 40 Prozent des IS-Territoriums zurückerobert worden, teilte ein US-General mit.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat nach Angaben der US-geführten Anti-IS-Koalition inzwischen 30 Prozent ihres einst im Irak und Syrien gehaltenen Territoriums eingebüßt. Die Dschihadisten seien daher nun in einer "defensiven Kauerstellung", erklärte der in Bagdad stationierte Sprecher Steve Warren vor Reportern. Im Irak habe der IS 40 Prozent seines Gebiets verloren, in Syrien 20 Prozent.

Seit dem Start der Luftangriffe der Anti-IS-Koalition im Jahr 2014 haben kurdische Peschmerga-Kämpfer die Extremistengruppe aus Teilen des Nordiraks gedrängt, darunter aus der Stadt Sindschar. Auch aus einem syrischen Gebietsstreifen entlang der türkischen Grenze wurden die Dschihadisten vertrieben. Weiter südlich gelang es irakischen und schiitischen Milizen, im vergangenen Jahr die Stadt Tikrit zurückzuerobern.

"Militärisch haben sie Mühe"

Mitglieder der irakischen Anti-Terror-Einheit nach der Rückeroberung von Ramadi. | Bildquelle: AFP
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Mitglieder der irakischen Anti-Terror-Einheit nach der Rückeroberung von Ramadi.

Allerdings konnte der IS auch Bodengewinne verzeichnen, etwa die Eroberungen der syrischen antiken Oasenstadt Palmyra und des im Westirak gelegenen Ramadi im Mai 2015. Zuletzt drängten irakische Truppen mit Hilfe von US-geführten Luftangriffen die Dschihadisten aber aus dem Stadtzentrum von Ramadi.

"All dies summiert sich und wir glauben, dass dieser Feind schwächer wird", sagte Warren. So habe der IS seit Mai kein neues Territorium hinzugewonnen. "Militärisch haben sie Mühe", fügte er hinzu. Doch verübt der IS weiter Attacken auf irakische Militärstellungen in der Provinz Anbar, deren Hauptstadt Ramadi ist. Außerdem kontrolliert die Terrormiliz noch immer den Großteil des Nordens und Westens des Iraks, darunter die zweitgrößte Stadt Mossul, sowie weite Teile Syriens.

IS-Ableger in mehreren Staaten

In Libyen, Ägypten, im Jemen und Afghanistan sind außerdem zunehmend schlagkräftige IS-Ableger aktiv.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. Dezember 2015 um 09:00 Uhr.

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