Ein US-Kampfjet nach Luftangriffen in Syrien, Archivbild | Bildquelle: AFP

Nach Medienberichten Pentagon bestätigt Angriffe auf IS-Chemiewaffenarsenale

Stand: 10.03.2016 21:14 Uhr

Die gegen den IS kämpfende US-geführte Koalition hat mehrere Produktionsstätten für Chemiewaffen angegriffen. Das Pentagon bestätigte Medienberichte. Die Informationen zu den Zielen stammten von einem hochrangigen Mitglied der Terrormiliz.

Das amerikanische Verteidigungsministerium hat Medienberichte bestätigt, dass die Anti-IS-Koalition mehrere Angriffe auf das Chemiewaffenprogramm des "Islamischen Staates" ausgeführt habe. Die Informationen zu den Zielen stammten von dem hochrangigen Mitglied der Terrormiliz, Sleiman Daoud al-Afari, sagte Pentagon-Sprecher Cook in Washington.

Genaue Angaben zu den Zielen wollte Cook unter Verweis auf die Sicherheit der Einsätze nicht machen. Man sei zuversichtlich, dass die Angriffe das Chemieprogramm der Terrormiliz geschwächt hätten.

Spezialist für Chemiewaffen im Verhör

Eine US-Spezialeinheit hatte Al-Afari im Februar bei einer Kommandoaktion im Nordirak festgesetzt und mehrere Wochen verhört. Er sei mittlerweile an die Regierung des Iraks übergeben worden, so Cook.

Der 50-Jährige war Chef der vom IS geschaffenen Forschungs- und Entwicklungsgruppe für chemische Waffen. Früher hatte er dem damaligen irakischen Diktator Saddam Hussein in der Militärindustrie-Behörde gedient und sich auf chemische und biologische Waffen spezialisiert.

Zwölf Senfgas-Einsätze in Syrien und im Irak

US-Geheimdienste legen der Terrororganisation mindestens zwölf Einsätze von Senfgas zur Last, mehrheitlich in Syrien, die anderen im Irak. Nach US-Angaben kamen die dabei Getöteten aber durch die Explosion der Granaten um, nicht durch das Gas. "Sie haben gezeigt, dass sie bereit sind, es einzusetzen. Das allein ist für uns Grund zur Besorgnis", sagte Cook.

Protest gegen IS-Giftgasangriff

Hunderte Einwohner einer Stadt im Nordirak protestierten heute gegen einen IS-Giftgasangriff und blockierten einen Abschnitt der Autobahn zwischen Kirkuk und Bagdad. Sie forderten die Regierung auf, die Stadt Baschir südlich von Kirkuk zu bombardieren.

Von dort aus hatte der IS am Mittwoch innerhalb von drei Stunden etwa 45 Raketen auf die ebenfalls südlich von Kirkuk gelegene Stadt Tasa abgefeuert, wie deren Bürgermeister Hussein Abbas mitteilte. Örtliche Sicherheitsverantwortliche sagten, bei dem Angriff sei Chlorgas zum Einsatz gekommen. Die genaue Herkunft des Kampfstoffs wird noch geprüft.

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