Symbol des IS | Bildquelle: AFP

IS enthauptet offenbar vier Kurden Vergeltung für 70 befreite Geiseln?

Stand: 31.10.2015 01:49 Uhr

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" IS hat im Irak offenbar vier kurdische Kämpfer enthauptet. Ein im Internet verbreitetes Video soll die Tat zeigen, die möglicherweise aus Rache wegen der kürzlich befreiten 70 Geiseln verübt wurde. In der Türkei wurden die Leichen zweier enthaupteter IS-Gegner gefunden.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat im Irak offenbar vier kurdische Kämpfer hingerichtet. In einem im Internet verbreiteten Video, in dem der vor kurzem erfolgte Einsatz zur Befreiung von 70 IS-Geiseln durch kurdische Kräfte zusammen mit US-Soldaten als Misserfolg dargestellt werden soll, wurden am Ende die vier gefesselten Männer enthauptet. Den Angaben in dem Video zufolge handelte es sich um kurdische Peschmerga-Kämpfer. Unklar war, wann die Enthauptungen stattfanden. Die Echtheit des Videos ist bislang nicht bestätigt.

Kurdische Verbände und US-Spezialeinheiten hatten vor rund einer Woche im Nordirak ein Gefangenenlager der Dschihadistenmiliz gestürmt und rund 70 Geiseln befreit. Bei der Kommandoaktion wurden nach US-Angaben mehrere IS-Kämpfer getötet und fünf Dschihadisten festgenommen. Auch ein US-Soldat wurde getötet.

Zwei Anti-IS-Aktivisten in der Türkei enthauptet

In der südtürkischen Stadt Sanliurfa wurden die enthaupteten Leichen eines syrischen Anti-IS-Aktivisten und seines Freundes gefunden. Der 20-jährige Ibrahim Abdul Kader und sein Freund Fares Hamadi seien enthauptet in Hamadis Haus entdeckt worden, teilte der Gründer der Gruppe "Raqa Is Being Slaughtered Silently" (Rakka wird lautlos abgeschlachtet), Abu Mohammed, der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Die Gruppe, die Gräueltaten des IS in syrischen Gebieten dokumentiert, macht die Extremisten für die Morde verantwortlich. Abu Mohammed zufolge stammten die beiden Toten ursprünglich aus dem syrischen Rakka. Die Stadt gilt de facto als Hauptstadt des IS in Syrien. Abdul Kader war vor etwas mehr als einem Jahr in die Türkei geflüchtet. In der Vergangenheit waren bereits Mitglieder der Aktivistengruppe in Syrien getötet worden. Abu Mohammed teilte mit, es sei das erste Mal, dass nun ein Mitglied außerhalb des Landes getötet worden sei.

Die türkische Nachrichtenagentur Dogan berichtete unterdessen von zwei syrischen Journalisten, die in Sanliurfa enthauptet worden seien. Sieben Syrer wurden demnach von der Polizei festgenommen. Sanliurfa liegt 55 Kilometer von der Grenze zwischen der Türkei und der syrischen Provinz Rakka entfernt.

Die Türkei steht im Verdacht, IS-Kämpfern in der Vergangenheit erlaubt zu haben, die 911 Kilometer lange Grenze zwischen beiden Ländern zu überqueren. Zuletzt gab es mehrere Bombenanschläge in der Südtürkei, für die der IS verantwortlich gemacht wurde. Die Extremisten bekannten sich jedoch nie dazu.

Bürgerkrieg in Syrien - Wie alles begann?
tagesschau 17:00 Uhr, 30.10.2015, Bernd Wode/Sonja Wielow, ARD-aktuell

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