Hurrikan "Irma" | Bildquelle: AFP

Hurrikan der Stärke 5 "Irma" fegt durch die Karibik

Stand: 06.09.2017 15:43 Uhr

"Irma" fegt mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometern pro Stunde durch die Karibik. Ganze Küstenabschnitte der Inseln Saint-Barthélémy und Saint-Martin wurden überschwemmt - Dächer von Häusern wurden abgerissen.

Der Hurrikan "Irma" hat die Karibik erreicht. Das Zentrum überquerte inzwischen die zu Frankreich und den Niederlanden gehörenden Inseln Saint-Barthélémy und Saint-Martin. Der französische Wetterdienst berichtete von heftigen Springfluten. Ganze Küstengebiete seien bereits überschwemmt. Die Ministerin für die französischen Überseegebiete, Annick Girardin, berichtete von "größeren Schäden" auf den betroffenen Inseln. Unter anderem habe der Sturm die Dächer von zahlreichen Häusern fortgerissen.

Für die Inseln hatte Frankreich die höchste Alarmstufe ausgerufen. Einwohner sollten ihre Häuser oder Wohnungen nicht verlassen, twitterte das Innenministerium in Paris. Es sei unter Androhung von Strafen verboten, zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs zu sein.

Flugzeuge mit Hilfsgütern

"Irma" war am Morgen mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 255 Kilometern in der Stunde bei der kleinen Karibikinsel Barbuda auf Land getroffen. Der Sturm riss dort Dächer von Häusern, wie der "Antigua Chronicle" auf Facebook berichtete. Am Mittag war die Lage dort völlig unklar. Direkt nach dem Durchzug des Hurrikans sollten Hilfslieferungen auf den Inseln eintreffen. In Venezuela und Miami würden jeweils zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern auf Abruf bereitstehen, sagte der Premierminister von Antigua und Barbuda, Gaston Browne, der Zeitung "The Daily Observer".

"Irma" bewegt sich nun weiter in Richtung Nordwesten. Als nächstes droht der Sturm auf den Inselstaat St. Kitts und Nevis zuzusteuern. Behörden in der gesamten Karibik bereiteten sich auf "Irma"vor. In Puerto Rico wurde der Notstand ausgerufen und die Nationalgarde aktiviert. Die Küstenregionen wurden evakuiert. Die Behörden richteten 456 Notunterkünfte für mehr als 63.000 Menschen ein.

Papst ändert Flugroute

"Irma" machte auch Papst Franziskus einen Strich durch die Rechnung. Die Flugroute des Fliegers, in dem Papst Franziskus von Rom nach Kolumbien unterwegs war, musste geändert werden. Ursprünglich sollte es über Puerto Rico und Venezuela gehen.

Die niederländische Regierung schickte rund 100 Soldaten auf die Inseln Sint Maarten, Sint Eustatius und Saba. Auf seinem Zug könnte der Sturm auch die Dominikanische Republik, Kuba, Haiti und die Bahamas bedrohen. Die Regierung der Bahamas ordnete die Evakuierung mehrerer Inseln im Süden der Inselkette an.

Vorbereitungen auf Hurrikan "Irma" in Florida
tagesschau24 17:00 Uhr, 06.09.2017, Verena Bünten, ARD Washington

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Auch Florida bereitet sich vor

Als immer wahrscheinlicher gilt zudem, dass "Irma" auf Florida treffen könnte. Meteorologen betrachten den Zeitraum bis Montag als kritisch. In den USA wurden Touristen bereits aufgefordert, die Südwestspitze Floridas einschließlich der Inselkette Florida Keys zu verlassen.

US-Präsident Donald Trump rief für Florida, Puerto Rico und die Amerikanischen Jungferninseln den Notstand aus. Dadurch können das US-Heimatschutzministerium und die nationalen Koordinationsstelle für Katastrophenhilfe in den betroffenen Gebieten mit der Koordinierung der Katastrophenhilfe beginnen.

"Wenn Sie im Wind stehen, würden Sie wegfliegen ..."

"Irma" ist ein Hurrikan der höchsten Stufe 5 und damit noch stärker als "Harvey". "Bei einer solchen Geschwindigkeit könnten Sie im Grunde nicht mal mehr atmen, wenn Sie im Wind stehen - Sie würden eh wegfliegen", erklärte Wetterexperte Tobias Schaaf vom Deutschen Wetterdienst der dpa. Bei solchen Geschwindigkeiten fliegt nicht nur das Dach, sondern das ganze Haus weg.

Weiterer Tropensturm "Katia"

Unabhängig von den Entwicklungen in der Karibik braute sich im benachbarten Golf von Mexiko ein weiterer Tropensturm namens "Katia" zusammen. Für den Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 65 Kilometer in der Stunde gab es bisher noch keine Warnungen.

Vom Tropensturm zum Hurrikan

Tropische Wirbelstürme entstehen über dem Meer, wenn das Wasser mindestens 26 Grad warm ist und stark verdunstet. Ihre Stärke wird nach der von den Meteorologen Herbert Saffir und Robert Simpson entwickelten Skala eingeteilt. Demnach ist in den USA bei einer maximalen Windgeschwindigkeit unter 63 Kilometern pro Stunde von einem Tropentief die Rede. Bei Tempo 63 bis 118 gilt es als Tropensturm, darüber wird Hurrikanstärke erreicht. Ein Hurrikan der Kategorie 1 reicht bis Tempo 153. Stufe 2 gilt bis 177, Stufe 3 bis 208 und Stufe 4 bis 251 Kilometer pro Stunde. Hurrikans der höchsten Kategorie 5 haben eine Windgeschwindigkeit von mehr als 252 Kilometern pro Stunde.

Hurrikane erzeugen zwar enorme Windgeschwindigkeiten, bewegen sich aber oft nur mit etwa 15 Kilometern in der Stunde vorwärts. Das ist verheerend, weil Niederschläge dann stunden- oder tagelang auf fast dasselbe Gebiet niederprasseln.

Oft nehmen Wirbelstürme bei ihrem Zug über das Meer an Stärke zu. Über Land verlieren sie schnell an Kraft, da der Nachschub feuchtwarmer Luftmassen fehlt. Bei Windgeschwindigkeiten unter 120 Kilometern pro Stunde wird ein Hurrikan zu einem Tropensturm herabgestuft.

Über dieses Thema berichtete das morgenmagazin am 06. September 2017 um 05:49 Uhr.

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