Ein positiver Schwangerschaftstest. | Bildquelle: picture alliance / dpa Themendie

Referendum angekündigt Iren sollen über Abtreibung abstimmen

Stand: 27.09.2017 09:41 Uhr

Irland hat das strengste Abtreibungsverbot in der EU. Nicht einmal nach einer Vergewaltigung dürfen Frauen die Schwangerschaft legal abbrechen. Vielen bleibt nur der Weg ins Ausland. Das könnte sich ändern: Nächstes Jahr soll ein Referendum stattfinden.

Ministerpräsident Leo Varadkar | Bildquelle: picture alliance / empics
galerie

Ministerpräsident Varadkar kritisierte das Gesetz als zu "restriktiv".

Die irische Regierung will im kommenden Jahr ein Referendum über das in der Verfassung verankerte Verbot von Abtreibungen abhalten. Geplant sei eine Abstimmung im Mai oder Juni, teilte Ministerpräsident Leo Varadkar mit. Er hatte mehrmals die Gesetzgebung als zu "restriktiv" bezeichnet.

In den vergangenen Jahren zeichnete sich in Umfragen eine Unterstützung für eine Reform des Abtreibungsrechts ab. Der UN-Menschenrechtsrat hatte die irischen Abtreibungsgesetze im vergangenen Jahr als "grausam, unmenschlich und erniedrigend" verurteilt.

Keine Abtreibung nach Vergewaltigung

Irland hat das strengste Abtreibungsverbot in der EU. Eine Abtreibung ist in Irland nur erlaubt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist - und dies erst seit dem Jahr 2013, nachdem eine Frau bei einer Fehlgeburt in der 17. Schwangerschaftswoche an einer Blutvergiftung gestorben war. Selbst nach einer Vergewaltigung oder wenn die Gesundheit der Schwangeren gefährdet ist, verbieten die irischen Gesetze einen Schwangerschaftsabbruch, ebenso im Fall einer Fehlbildung des Fötus.

Seit 1983 steht das Abtreibungsverbot in der Verfassung. Damals stimmten in einem Referendum 67 Prozent der Befragten dafür. Die Verfassung schreibt das Recht auf Leben gleichermaßen für den Embryo und die Mutter fest. Bei einer illegalen Abtreibung drohen bis zu 14 Jahre Haft.

Letzter Ausweg Großbritannien

Es steht Schwangeren aber offen, Abtreibungen im Ausland vornehmen zu lassen. Jährlich reisen mehrere Tausend Irinnen zu diesem Zweck nach Großbritannien.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Oktober 2017 um 03:00 Uhr.

Darstellung: