Eine Iranerin geht neben einer Wand voller Wahlplakate. | Bildquelle: dpa

Mehr als 6200 Kandidaten stellen sich zur Wahl Iranerinnen kämpfen um Sitze im Parlament

Stand: 18.02.2016 12:55 Uhr

In der kommenden Woche wählt der Iran ein neues Parlament. Mehr als 6200 Kandidaten ringen um die 290 Sitze - darunter viermal so viele Frauen, wie bei bisherigen Wahlen. Doch sie müssen für den Weg in die Politik noch immer Hürden überwinden.

In knapp einer Woche - am 26. Februar - wird im Iran ein neues Parlament gewählt. Mehr als 6200 Kandidaten haben sich für die 290 Sitze aufstellen lassen. In den vergangenen zwölf Jahren dominierte im Parlament eine Koalition der Konservativen und Hardliner. Bei dem kommenden Urnengang werden aber auch den Reformern gute Chancen ausgerechnet.

Anfang Februar hatte der Wächterrat seine Entscheidung revidiert, 1500 Kandidaten von der Wahl auszuschließen. Die zum Großteil dem Reformlager angehörigen Kandidaten dürfen nun antreten.

Nur drei Prozent Frauenanteil im Parlament

Ungewöhnlich bei dieser Wahl ist der hohe Anteil von Frauen, die um einen Sitz im Parlament kämpfen. Gegenüber bisherigen Wahlen haben sich viermal so viele Frauen aufstellen lassen, sagt die Frauenrechtlerin Jila Shariat Panahi. Sie kämpft mit der Kampagne "Die Veränderung des männlichen Gesichts im Parlament" dafür, dass Frauen mehr Einfluss in der Politik erhalten. Denn momentan sind nur neun der 290 Parlamentssitze mit Frauen besetzt - ein Anteil von gerade einmal drei Prozent.

Vor den Parlamentswahlen in Iran
tagesschau24 11:00 Uhr, 18.02.2016, Natalie Amiri, BR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Frau zählt laut Gesetz nur halb so viel wie ein Mann

Es ist vor allem das Gesetz, das sich im Iran an der Scharia orientiert, welches Frauen eine politische Laufbahn erschwert, sagt ARD-Korrespondentin Natalie Amiri. Denn obwohl Frauen in der Familie und Gesellschaft oft eine führende Rolle übernehmen würden, bräuchten sie beispielsweise noch immer die Erlaubnis ihres Ehemannes, um einen Beruf zu ergreifen oder das Land zu verlassen.

Und die Frauen, die um einen Parlamentssitz kämpfen, müssen erst die Hürde des Wächterrats überwinden. Das Gremium befindet laut iranischer Verfassung über die Eignung von Kandidaten. Zugelassen werden laut Amiri nur Kandidatinnen, deren Einstellung mit der Ideologie des Islam konform ist. Daher seien sehr viele Frauen, die sich aus dem Reformlager beworben hatten, bereits abgelehnt worden.

Natalie Amiri, BR, zu den Parlamentswahlen in Iran
tagesschau24 11:00 Uhr, 18.02.2016

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: