Tests der Revolutionsgarden Iran startet offenbar Mittelstreckenraketen

Stand: 08.03.2016 16:59 Uhr

Der Iran hat nach eigenen Angaben mehrere Kurz- und Mittelstreckenraketen getestet. Auch Sanktionen würden das Raketenprogramm nicht stoppen, teilten die Revolutionsgarden mit. Diese Äußerung richtete sich wohl an die USA. Dort reagierte man verärgert.

Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben ballistische Raketen unterschiedlicher Reichweite getestet. Sie seien von verschiedenen Orten aus unterirdischen Silos abgefeuert worden, teilten die Garden mit. Damit solle "die Stärke der iranischen Abschreckung und die Fähigkeit der Islamischen Republik, jeder Bedrohung der Revolution zu begegnen", demonstriert werden, erklärte Brigadegeneral Amir Ali Hadschisadeh. Auch Sanktionen würden das Raketenprogramm nicht stoppen.

Im Staatsfernsehen wurden Aufnahmen nächtlicher Raketenstarts gezeigt. Dort hieß es, Mittelstreckenraketen des Typs "Kiam 1" hätten das Übungsziel in 700 Kilometern Entfernung getroffen. Die Tests seien an mehreren Tagen erfolgt und inzwischen abgeschlossen, hieß es weiter. Es seien Raketen mit Reichweiten von 300 bis 2000 Kilometern gestartet worden.

USA reagieren irritiert

Die USA beobachteten die Geschehnisse im Iran genau, gab das Außenministerium bekannt. Sollten die Tests bestätigt werden, werden man sich im UN-Sicherheitsrat für eine "angemessene Antwort" einsetzen.

Das iranische Verteidigungsministerium veröffentlichte nach dem Test einer neuen Mittelstreckenrakete dieses Foto | Bildquelle: AP
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Das iranische Verteidigungsministerium veröffentlichte im Oktober 2015 dieses Foto, das den Start einer Mittelstreckenrakete zeigen soll.

Washington und Teheran streiten seit längerem über das iranische Raketenprogramm. Erst im Januar hatten die USA Sanktionen gegen elf Privatpersonen und Unternehmen verhängt, die im Verdacht stehen, dem Iran bei der Entwicklung von ballistischen Raketen zu helfen. Begründet wurde der Schritt mit iranischen Raketentests im Oktober, die nach Ansicht der US-Administration gegen ein Verbot zur Entwicklung von nuklearwaffenfähigen Mittelstreckenraketen verstoßen.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani verteidigte das Raketenprogramm gegen die US-Anschuldigungen. Dieses diene nur der inneren Sicherheit und sei keine Gefahr für andere Länder, unterstrich der Präsident. Es sei das legitime Recht des Landes, sein Verteidigungsspotenzial zu erhöhen. Diese Haltung wird von den neuerlichen Raketentests untermauert.

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