Karte Iran

US-Vorwürfe gegen Iran Rakete getestet, Atomabkommen verletzt?

Stand: 31.01.2017 09:35 Uhr

Es wäre der erste Raketentest nach dem Amtsantritt von Trump - und möglicherweise ein Verstoß gegen UN-Resolution: Der Iran soll am Wochenende eine Mittelstreckenrakete getestet haben. Der Test könnte die Debatte um das Atomabkommen mit Teheran neu anfachen.

Der Iran hat nach Angaben der US-Regierung Ende Januar eine ballistische Mittelstrecken-Rakete getestet und damit möglicherweise gegen eine UN-Resolution verstoßen.

"Wir wissen, dass der Iran diese Rakete abgefeuert hat", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer. Der Vorgang werde noch untersucht. Einzelheiten nannte er aber nicht. Der UN-Sicherheitsrat setzte auf Antrag der USA für heute eine Dringlichkeitssitzung an.

Start von bekanntem Testgelände

Die ballistische Rakete vom Typ Chorramschahr sei am Sonntag von einem bekannten Testgelände rund 225 Kilometer östlich von Teheran gestartet worden und nach knapp 1000 Kilometern beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre explodiert, wie der Sender Fox News berichtete.

In der UN-Resolution 2231, die der Weltsicherheitsrat im Zusammenhang mit dem Atomabkommen zwischen dem Iran und dem Westen im Juli 2015 verabschiedet hatte, wird der Iran aufgefordert, keine ballistischen Raketen zu starten, die Atomwaffen tragen können.

Der Test könnte deshalb eine Verletzung von UN-Resolutionen darstellen und neue Sanktionen gegen den Iran zur Folge haben. Er erfolgt zudem zu einer Zeit, in der die Beziehungen zwischen den USA und insbesondere das Atomabkommen vor einer Neubewertung stehen. Der neue US-Präsident Donald Trump hat das Abkommen mehrfach scharf kritisiert und mit einem Ausstieg gedroht.

Israel reagiert beunruhigt

Der Test wird gerade in Israel mit besonderer Aufmerksamkeit registriert. Iran verfügt vor allem über Mittelstreckenraketen, die nach eigenen Angaben eine Reichweite von mehr als 2000 Kilometern haben. Damit könnte jeder Ort in Israel getroffen werden.

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu erklärte im Online-Netzwerk Facebook, er werde bei seinem für den 15. Februar geplanten Treffen mit Trump eine Erneuerung der Sanktionen gegen den Iran "in diesem Zusammenhang und in anderen Zusammenhängen" ansprechen.

Das Atomabkommen mit dem Iran war nach jahrelangen Verhandlungen vor einem Jahr in Kraft getreten. Geschlossen hatten es die fünf UN-Vetomächte und Deutschland mit dem Iran. Es verpflichtete den Iran, seine Urananreicherung drastisch zurückzufahren und verschärfte internationale Kontrollen zuzulassen. Im Gegenzug werden schrittweise die Sanktionen gegen das Land aufgehoben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Januar 2017 um 09:00 und 10:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: