Hossein Fereidun | Bildquelle: AP

Iran Bruder von Präsident Rouhani festgenommen

Stand: 16.07.2017 20:21 Uhr

Im Iran ist der Bruder von Präsident Rouhani festgenommen worden. Er soll in einen Korruptionsfall verwickelt sein. Anhänger Rouhanis vermuten dagegen einen Versuch der konservativen Staatsanwaltschaft, den reformorientierten Präsidenten zu diskreditieren.

Der Bruder von Irans Staatschef Hassan Rouhani ist von der Justiz des Landes festgenommen worden. Hossein Fereidun würden Finanzdelikte zur Last gelegt, sagte der stellvertretende Leiter der Justizbehörden, Gholamhosein Mohseni Edschehi, bei einer vom Staatsfernsehen übertragenen Pressekonferenz. Er könne gegen Kaution freigelassen werden, das Geld sei jedoch bisher nicht gezahlt worden.

Fereidun ist ein enger Vertrauter von Rouhani und war Teil eines Verhandlungsteams, das 2015 das Atomabkommen zum Abschluss brachte und so eine Lockerung der internationalen Sanktionen erreichte.

Anschuldigungen nicht bewiesen

Bei den iranischen Hardlinern, die großen Einfluss in der Justiz haben, stieß diese Vereinbarung auf scharfe Kritik. Fereidun wurden bereits in der Vergangenheit Geldwäsche und Veruntreuung von Regierungsgeldern vorgeworfen, bewiesen wurden die Anschuldigungen allerdings nicht.

Auch deshalb sehen Anhänger Rouhanis in den jetzigen Korruptionsvorwürfen einen Versuch der konservativen Staatsanwaltschaft, den reformorientierten Präsidenten zu diskreditieren.

Zehn Jahre Haft für US-Bürger

Justizsprecher Edschehi teilte bei der Pressekonferenz außerdem mit, dass ein Mann mit chinesischem und amerikanischem Pass zu zehn Jahren Haft verurteilt worden sei, da er den Iran "infiltriert" und Informationen gesammelt habe. Nach Angaben einer mit dem iranischen Justizwesen verbundenen Webseite war er als Student in den Iran gekommen. Er wurde bislang nicht zu den Amerikanern gezählt, die in der islamischen Republik festgenommen wurden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Juli 2017 um 16:00 Uhr.

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