Protestierende blockieren eine  Strasse in Teheran. | Bildquelle: AFP

Demonstrationen eskalieren Zehn Tote bei Protesten im Iran

Stand: 01.01.2018 14:31 Uhr

Die Proteste im Iran eskalieren. Allein gestern wurden bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften laut Staatsfernsehen zehn Demonstranten getötet. Bewaffnete versuchten demnach, Polizeiwachen und Militärstützpunkte zu stürmen.

Von Michael Lehmann, ARD-Studio Istanbul

Die Proteste im Iran sollen gestern Abend vor allem in der kleinen Stadt Iseh heftig gewesen sein. Es gibt Berichte von mehreren Toten, auch von Schüssen auf Demonstranten. Das Staatsfernsehen meldete am Morgen zehn Tote bei den gestrigen Auseinandersetzungen in verschiedenen Städten des Landes. Dabei hätten einige bewaffnete Demonstranten versucht, Polizeiwachen und Militärstützpunkte zu erobern, seien dabei aber auf Widerstand der Sicherheitskräfte gestoßen.

Mindestens zwölf Tote bei Demonstrationen im Iran
tagesschau 18:20 Uhr, 01.01.2018, Natalie Amiri, ARD Teheran

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Die Bilanz der bislang fünftägigen Auseinandersetzungen an sehr vielen Stellen im Iran kann in Wahrheit noch wesentlich dramatischer sein. Zu den bis gestern bestätigten getöteten Demonstranten hatte es von staatlichen Stellen geheißen, sie seien nicht durch Schüsse von Polizisten oder Sicherheitskräften getötet worden.

"Haben nicht auf Menschen schießen lassen"

Der Vize-Gouverneur aus der Provinz Lorestan, Habibollah Khojastehpour, sagte dazu im staatlichen Fernsehen: "Wir haben Beweise, dass es Staatsfeinde und ausländische Kräfte waren, die diese Proteste verstärkt haben. Auch ausländische Agenten sind beteiligt", sagte er.

"Bei den Auseinandersetzungen, bei denen in unserer Provinz zwei Menschen getötet wurden, waren keine Schüsse, waren keine Polizeieinheiten oder Sicherheitskräften die Ursache. Wir haben nicht auf die Menschen schießen lassen", betonte Khojastehpour. "Wir wollen, dass die Proteste friedlich enden."

Irans Präsident Hassan Rouhani | Bildquelle: AFP
galerie

Irans Präsident Hassan Rouhani sieht Kritik an der Regierung ausdrücklich als zulässig an.

Krisensitzung in Teheran

In Teheran fand eine Krisensitzung statt, an der Präsident Hassan Rouhani und Mitglieder der Sicherheitskommission teilnahmen. Es sei ein Fehler, die Proteste nur als ausländische Verschwörung einzustufen, sagte der Präsident. "Auch sind die Probleme der Menschen nicht nur wirtschaftlicher Natur, sondern sie fordern auch mehr Freiheiten."

Bereits am Abend zuvor hatte Rouhani im Staatsfernsehen gesagt, Proteste seien im Iran erlaubt, wenn sie helfen, die Situation im Land zu verbessern. "Aufrichtige Grüße an unsere intelligenten, aufrichtigen Menschen im Iran, die immer Verständnis für die sensible Lage unsere Landes haben", sagte er. "In den jüngsten Tagen haben wir einige Proteste erlebt. Jeder muss an diesem Punkt wissen, dass wir eine freie Nation sind. Dass unsere Verfassung und das Recht den Menschen erlauben, die Regierung zu kritisieren."

Auch Proteste seien erlaubt, fügte er ausdrücklich hinzu. "Aber die Proteste müssen dazu beitragen, die Lage in unserem Land zu verbessern. Ja, es gibt für Iraner wirtschaftliche und soziale Probleme." Beobachter im Iran sehen auch in dieser Rede des iranischen Präsidenten einen weiteren Beweis dafür, wie sehr die geistliche Führung mit der politischen Führung im Clinch liegt.

Natalie Amiri, ARD Teheran, über die Unruhen im Iran
tagesschau24 15:00 Uhr, 01.01.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Internet blockiert

Das Internet im Iran wird weiterhin stark gedrosselt oder blockiert - wichtige Plattformen und Kommunikationswege bleiben abgeschaltet. An den seit nun fünf Tagen andauernden Protesten sollen auffallend viele einfache Leute beteiligt sein, auch traditionell religiös orientierte Menschen wenden sich verteilt über das ganze Land gegen das iranische Regime.

Proteste und neue Festnahmen im Iran
Michael Lehmann, ARD Istanbul
01.01.2018 10:35 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Januar 2018 um 12:00 Uhr.

Darstellung: