Irakischer Soldat mit Victory-Zeichen in der umkämpften Stadt Mossul | Bildquelle: dpa

Kampf um Mossul Armee nimmt wichtigsten Bahnhof ein

Stand: 11.03.2017 12:10 Uhr

Im Kampf um die Stadt Mossul scheinen die irakischen Streitkräfte einen weiteren Sieg errungen zu haben. Eigenen Angaben zufolge haben sie den wichtigsten Bahnhof der Stadt von der Terrormiliz IS zurückerobert. Ministerpräsident al-Abadi rechnet damit, dass der IS schon bald vollständig aus Mossul vertrieben sein wird.

In der umkämpften Stadt Mossul sollen die irakischen Streitkräfte den wichtigsten Bahnhof von der Terrormiliz "Islamischer Staat" zurückerobert haben. Die Einsatzkräfte hätten den Bezirk Al-Mahata eingenommen, in dem sich der Bahnhof und Wohngebiete befinden, berichtete Oberst Emad al-Bajati der Nachrichtenagentur dpa.

Zahlreiche Sprengsätze der Dschihadisten rund um die Haltestelle seien entschärft worden. Al-Bajati zufolge rücken die Truppen der irakischen Armee weiter Richtung Stadtzentrum vor. Allerdings unter heftiger Gegenwehr des IS. So hätten die Extremisten etwa 30 Familien als Geiseln genommen, um sie als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.

Die Mitte Februar begonnene Offensive gegen den IS im Westen Mossuls kommt offensichtlich gut voran. Die irakischen Einheiten sind teilweise nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Die Terrormiliz wäre bei einer Eroberung Mossuls im Irak militärisch weitgehend besiegt.

Geflohene Iraker sollen zurückkehren

Und so rief der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi seine Landsleute in Deutschland bereits zur Rückkehr in den Irak auf: "Es ist in unserem Interesse, dass unsere Landsleute zurückkommen. Wir möchten nicht, dass unsere Leute das Land verlassen müssen, dass sie Flüchtlinge sein müssen", sagte al-Abadi der "Bild"-Zeitung. "Wir machen die Gebiete wieder bewohnbar und wollen, dass die Menschen hier wieder wohnen können."

Al-Abadi geht davon aus, dass der IS schon bald aus Mossul vertrieben wird. "Der Krieg in Mossul wird sehr bald beendet sein", so al-Abadi. "Wir sind im Westteil fast im Stadtzentrum angelangt, die Operation ist sehr erfolgreich. Der Feind flieht entweder oder wird getötet."

Keine Hinweise auf IS-Giftgas

In der vergangenen Woche gab es Berichte, wonach beim Kampf um Mossul Giftgas eingesetzt worden sein soll. Der irakische UN-Botschafter widersprach diesen nun in New York. Es gebe keine Hinweise, dass der IS im Kampf um die Stadt Mossul Giftgas eingesetzt habe, sagte Mohamed Al-Hakim vor einem Treffen des UN-Sicherheitsrats.

Es seien keine Beweise für eine Attacke mit chemischen Waffen, wie beispielsweise Menschen mit bestimmten Verletzungen, in Mossul nachweisbar gewesen, sagte Mohamed Al-Hakim vor einem Treffen des UN-Sicherheitsrats.

Das Rote Kreuz hatte berichtet, Anfang März seien sieben Zivilisten mit Symptomen in ein Krankenhaus nahe Mossul eingeliefert worden, die auf einen Chemiewaffeneinsatz hindeuteten. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums hatten IS-Kämpfer an der Universität von Mossul unter anderem Senfgas hergestellt.

Die Untersuchung des Vorfalls sei noch nicht beendet, sagte der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft nach der Sicherheitsrats-Sitzung. "Wir haben unser Bedenken über Berichte zum Gebrauch von Giftgas durch den IS zum Ausdruck gebracht", so Rycroft. Man werde die irakischen Untersuchungen zu dem Vorfall abwarten. Die humanitäre UN-Koordinatorin im Irak, Lise Grande, wiederholte ihre Warnung, dass ein nachweisbarer Einsatz von Chemiewaffen in Mossul ein schwerer Verstoß gegen das Humanitäre Völkerrecht wäre und einem Kriegsverbrechen gleichkäme.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. März 2017 um 02:00 Uhr und inforadio um 07:24 Uhr.

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