Iraks Regierungschef Haidar al-Abadi bei seiner Ansprache in Mossul im Kreis irakischer Militärs

Kämpfe in Mossul Al-Abadi verkündet endgültigen Sieg über IS

Stand: 10.07.2017 22:08 Uhr

Einen Tag nach der Rückeroberung von Mossul hat der irakische Ministerpräsident Al-Abadi den Sieg über die Terrormiliz "Islamischer Staat" in dessen einstiger Hochburg verkündet. Amnesty International warnt dennoch vor weiterem Leid für Zivilisten.

Nach monatelangen Kämpfen hat Iraks Regierungschef Haidar al-Abadi die bisherige IS-Hochburg Mossul offiziell für befreit erklärt. Regierungstruppen hätten die Stadt vollständig eingenommen, sagte er in einer Fernsehansprache.

"Aus dem Herzen Mossuls geben wir den Sieg bekannt", sagte Al-Abadi. "Mit unserem Blut, unseren Opfern und unseren Anstrengungen haben wir den Irak, sein Land und seine Menschen befreit." Bereits am Sonntag hatte der Ministerpräsident den Irakern zu einem "großen Sieg" in Mossul gratuliert.

Mossul offiziell von Terrormiliz IS befreit
nachtmagazin 00:40 Uhr, 11.07.2017, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Letzte große Hochburg im Irak verloren

Die IS-Kämpfer hielten zum Schluss nur noch kleine Gebiete am Fluss Tigris. Mit Mossul verliert der IS seine letzte große Hochburg im Irak und die größte Stadt, die er je unter Kontrolle hatte. Die Extremisten waren im Juni 2014 überraschend in die Millionenmetropole eingefallen und hatten sie innerhalb kürzester Zeit überrannt.

Trump gratuliert

US-Präsident Donald Trump hat den irakischen Kräften und Al-Abadi gratuliert. Dieser Erfolg signalisiere, dass die Tage des IS im Irak und in Syrien "gezählt" seien, so Trump in Washington.

Die USA seien stolz, an der Seite der irakischen Sicherheitskräfte und all jener zu stehen, die die Befreiung möglich gemacht hätten, heißt es in einer Mitteilung. Man trauere um die Tausenden Iraker, die von der Terrormiliz getötet worden seien und die Millionen, die unter ihr gelitten hätten. Die USA würden sich weiter um die "völlige Zerstörung" des IS bemühen.

US-Außenminister Rex Tillerson bezeichnete seinerseits die Rückeroberung Mossuls als "Meilenstein im globalen Kampf" gegen die Terrormiliz IS.

Haider Al-Abadi am Sonntag in Mossul | Bildquelle: AFP
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Der irakische Ministerpräsident Haider Al-Abadi am Sonntag in Mossul

Amnesty kritisiert Vorgehen der Koalitionstruppen

Menschenrechtler warnten, auch nach dem Sieg der Regierungstruppen in Mossul sei das Leiden der Zivilisten noch lange nicht beendet. Die Vereinten Nationen (UN) teilten mit, noch immer seien rund 700.000 Menschen aus Mossul vertrieben und bräuchten Hilfe.

Amnesty International kritisierte zudem das Vorgehen der Koalitionstruppen und warf den Streitkräften vor, bei der Befreiung der Stadt unverhältnismäßig schwere Waffen eingesetzt zu haben. So seien beispielsweise am 17. März bei einem Luftangriff der USA auf Mossul mindestens 105 Zivilisten getötet worden, heißt es in einem Bericht.

In dem Bericht hat Amnesty International nach eigenen Angaben dokumentiert, wie die US-geführten Koalitionstruppen und irakischen Streitkräfte bei ihren Angriffen regelmäßig ihr militärisches Angriffsziel verfehlten und stattdessen Zivilpersonen verletzten und töteten oder zivile Objekte zerstörten.

Die irakische Armee war gestern mit Luftunterstützung der Anti-IS-Koalition in den letzten Rückzugsort des IS im Westen Mossuls eingefallen. Sie hisste die irakische Flagge am Ufer des Tigris und in der Altstadt. Das Staatsfernsehen zeigte feiernde und tanzende Soldaten. Die irakische Nationalhymne wurde gespielt.

"Sieg über Dunkelheit und Terrorismus"

Al-Abadi erklärte am Abend, es sei ein Sieg über die Dunkelheit und den Terrorismus. Vor dem Irak liege nun die nächste Mission. Es gehe darum, für Stabilität zu sorgen und das Land wieder aufzubauen.

Nach Angaben des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC) harren noch immer Zehntausende Zivilisten in Mossul aus. Sie seien während der Kämpfe in der Stadt geblieben, auch weil die Flucht für sie zu gefährlich gewesen sei, sagte eine NRC-Sprecherin. Bei den Gefechten um Mossul wurden den UN zufolge mehr als 900.000 Menschen aus der Stadt vertrieben. Um die 200.000 von ihnen konnten zurückkehren.

Mossul | Bildquelle: AP
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Zerstörungen in Mossul.

Ganze Viertel in Trümmern

Die humanitäre Krise sei noch nicht vorbei, sagte die UN-Koordinatorin für humanitäre Fragen im Irak, Lise Grande. Von 54 Stadtteilen in Mossul seien 15 stark und 23 mäßig zerstört. Vor allem in Westen der Stadt liegen ganze Viertel in Trümmern.

Die Terrormiliz ist nun im Irak militärisch weitgehend geschlagen. Sie kontrolliert nur noch unbedeutendere Gebiete etwa an der Grenze zu Syrien, das sie ebenfalls zu Teilen erobert hatte. Experten rechnen damit, dass sich die IS-Anhänger in die großen Wüstengebiete im Westen des Iraks zurückziehen und dort Guerilla-Angriffe planen. Zudem ist die Miliz noch immer in der Lage zu Attentaten.

Auch im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien steht die Terrormiliz unter Druck. Dort ist eine von Kurden angeführte Allianz bis in die nordsyrische IS-Hochburg Al-Rakka vorgerückt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. Juli 2017 um 15:00 Uhr. Über dieses Thema berichtete die tagesschau im ARD-Morgenmagazin am 10. Juli 2017 um 07:00 Uhr.

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