Hillary Clinton mit ihrem Mann Bill und ihrer Tochter Chelsea auf einer Vorwahlveranstaltung in Iowa | Bildquelle: AFP

US-Vorwahl in Iowa Ein Sieg, der wie eine Niederlage ist

Stand: 02.02.2016 10:13 Uhr

Bei der US-Vorwahl in Iowa hat sich Ex-Außenministerin Clinton bei den Demokraten nur knapp gegen Senator Sanders durchgesetzt. Dieser erhielt überraschend großen Zuspruch. Bei den Republikanern verlor der US-Unternehmer Trump gegen den texanischen Senator Cruz.

Von Rolf Büllmann, ARD-Studio Washington

Es gibt Siege, die sind wie Niederlagen - Hillary Clinton hat heute einen solchen Sieg eingefahren. Mit einem minimalen Vorsprung hat sich die Frau, die noch vor wenigen Monaten als unschlagbar galt, in Iowa gegen Bernie Sanders durchgesetzt, den selbsternannten demokratischen Sozialisten.

Bei so einem Ergebnis kann man keine Siegesrede halten - und das tat Clinton auch nicht: "Ich stehe hier und atme erleichtert auf. Danke Iowa! Ich verspreche euch, ich werde weiter das tun, was ich immer getan habe. Ich werde für euch einstehen."

Sanders geht gestärkt nach New Hampshire

Und sie wird kämpfen - gegen Sanders, der nun gestärkt in die nächsten Vorwahlen geht in New Hampshire, wo er sowieso schon als Favorit gilt. Und so war die Stimmung bei Sanders Rede gänzlich anders als bei der eigentlichen Siegerin Clinton. Obwohl knapp unterlegen, konnte er sich strahlend vor seine Anhänger stellen.

Bernie Sanders | Bildquelle: dpa
galerie

Bernie Sanders geht gestärkt in die nächsten Vorwahlen.

"Vor neun Monaten hatten wir keine Organisation, kein Geld, niemand kannte uns, und wir haben uns mit der mächtigsten politischen Organisation in den Vereinigten Staaten angelegt. Und heute Abend? Sind wir praktisch gleichauf", so Sanders.

Bei den Republikanern gibt es mehrere Sieger und einen klaren Verlierer. Der Verlierer ist Donald Trump - der seine guten Umfragewerte nicht in ein gutes Wahlergebnis umwandeln konnte. Er wurde nur Zweiter, mit 24 Prozent.

Ted Cruz hat Trump mit 28 Prozent ziemlich deutlich geschlagen hat. Cruz sprach danach von einem großartigen Sieg für alle mutigen Konservativen, und machte sich gleich daran, seinen Ruf als Systemkritiker zu festigen. "Iowa hat klar mitgeteilt, dass der republikanische Kandidat und der nächste Präsident der Vereinigten Staaten nicht von den Medien gewählt wird, nicht vom Establishment, nicht von den Lobbyisten, sondern vom amerikanischen Volk."

Ergebnisse der US-Vorwahlen in Iowa
tagesschau 16:00 Uhr, 02.02.2016, Ina Ruck, ARD Washington, zzt. Des Moines

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Cruz unbeliebt beim Establishment

Wegen solcher Sprüche ist Cruz unbeliebt beim Partei-Establishment, das mit Freude das Ergebnis von Marco Rubio gesehen haben dürfte. Der Senator aus Florida kam auf Platz drei und hätte Trump fast noch eingeholt. Seine Hoffnung: dass die Unterstützung für die beiden Außenseiter Trump und Cruz doch noch nachlässt. Und dass sich alle, die sich von den beiden nicht angesprochen fühlen, hinter ihm versammeln - und ihn so zum Kandidaten machen.

In New Hampshire, bei den nächsten Vorwahlen, gilt Trump noch als Favorit. Eine echte Vorentscheidung wird es nach Einschätzung vieler Beobachter aber frühestens am 1. März geben, am sogenannten Supertuesday. Dann wird in 14 Bundesstaaten und in Amerikanisch Samoa gewählt, und es werden so viele Stimmen vergeben, dass sich erste klare Trends zeigen könnten. Für Viele wird es da schon ums politische Überleben gehen - unter anderem für Jeb Bush, der in Iowa nur auf enttäuschende drei Prozent kam.

Iowa: Clinton knapp vor Sanders, Cruz schlägt Trump
R. Büllmann, ARD Washington
02.02.2016 10:58 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: