ein sieben Wochen alter Fötus in der Fruchtblase | Bildquelle: dpa

Iowa Das wohl strengste Abtreibungsgesetz der USA

Stand: 02.05.2018 18:22 Uhr

Sobald ein fötaler Herzschlag messbar ist, sollen in Iowa Abtreibungen verboten sein: In dem Bundesstaat gilt demnächst das wohl strengste Abtreibungsgesetz der USA.

Das Parlament im US-Bundesstaat Iowa hat mit der Mehrheit der Republikaner das wohl strengste Abtreibungsgesetz in den Vereinigten Staaten beschlossen. Der Entwurf, der im Schnellverfahren von beiden Kammern angenommen wurde, muss noch von der Gouverneurin unterzeichnet werden.

Danach wären die meisten Abtreibungen schon ab etwa der sechsten Schwangerschaftswoche verboten - zu einem Zeitpunkt, zu dem viele Frauen noch gar nicht wissen, dass sie schwanger sind.

Demokraten kritisieren Gesetzentwurf scharf

Die Abtreibungen sollen verboten werden, sobald ein fötaler Herzschlag messbar ist. Dagegen protestierten Kritiker aus den Reihen der Demokraten scharf. Die Abgeordneten hätten nicht das Recht, für Frauen medizinische Entscheidungen zu treffen, erklärte die demokratische Abgeordnete Vicky Lensing. Die Vorlage scheine an der Fähigkeit der Frauen zu zweifeln, eine schwierige Entscheidung zu treffen.

In dem Entwurf sind Ausnahmen vorgesehen, wenn das Leben der Frau in Gefahr ist sowie in einigen Fällen von Vergewaltigung und Inzest.

Der Entwurf wird nun Gouverneurin Kim Reynolds vorgelegt, die sich noch nicht dazu geäußert hat, ob sie unterschreiben wird. Sie ist eine Abtreibungsgegnerin. Ihre Pressesprecherin deutete an, dass sie das Gesetz unterzeichnen wird: "Gouverneurin Reynolds ist zu 100 Prozent für das Leben und wird nie damit aufhören, für ungeborenes Leben zu kämpfen."

Gegner könnten vor Gericht ziehen

Derzeit sind in Iowa Abtreibungen nach der 20. Schwangerschaftswoche verboten. Sollte der Entwurf zum Gesetz werden, könnte er vor Gericht kommen. Ein Bundesgericht, das auch für Iowa zuständig ist, lehnte ähnliche Gesetze ab, die 2013 in North Dakota und Arkansas verabschiedet wurden. Der Oberste Gerichtshof nahm die Fälle nicht zur Entscheidung an.

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