Panik in Padang: Die Menschen versuchten nach der Tsunamiwarnung höhre gelegene Regionen zu erreichen | Bildquelle: AP

Schwere Erdstöße vor Sumatras Küste Tsunamiwarnungen nach Beben aufgehoben

Stand: 02.03.2016 19:42 Uhr

Ein schweres Erdbeben vor der Küste Sumatras erschütterte die indonesische Insel. Eine kurzzeitige Tsunamiwarnung versetzte die Menschen in Panik, der Verkehr brach zusammen. Todesopfer wurden bislang nicht gemeldet.

Bei einem Seebeben vor der Küste Sumatras wurden bei den Menschen auf der Insel sofort die Erinnerungen an den verheerenden Tsunami im Jahr 2004 mit Zehnttausenden Toten wach - doch diesmal scheint das Beben keine Katastrophe ausgelöst zu haben. Mit einer Stärke von mindestens 7,7 waren die Erdstöße gegen 19.40 Uhr Ortszeit (13.30 Uhr MEZ) zwar sehr heftig, sie ereigneten sich jedoch rund 800 Kilometer entfernt von der Küste Sumatras - und in einer Tiefe von 24 Kilometern.

Dennoch lösten die indonesichen Behörden vorsichtshalber einen Tsunami-Alarm aus. In der Küstenstadt Padang auf Sumatra war das Beben deutlich zu spüren und es brach Panik aus, als die Warnung über die Lautsprecher der Moscheen verbreitet wurde. Menschen versuchten, mit Motorrollern, Autos oder sogar zu Fuß in höher gelegene Gebiete zu fliehen, kurzzeitig brach der Verkehr zusammen. Die Tsunamiwarnung für weite Teile Sumatras wurde jedoch nach wenigen Stunden wieder aufgehoben, ebenso wie die Tsunamiwarnung der australischen Behörden, die diese kurzzeitig für Westaustralien und einige Inseln ausgegeben hatten.

Eine Karte von Indonesien mit Padang.
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Eine Karte von Indonesien mit Padang.

Keine Meldungen über Schäden und Todesopfer

Ein Sprecher der indonesischen Erdbebenwarte BMKG sagte im Fernsehen: "Vorerst liegen uns keine Informationen über größere Schäden vor." Auch Todesopfer hat es laut Sutopo Nugroho, Sprecher der Behörde für Katastrophenschutz, nicht gegeben: "Nach Berichten aus den Regionen, wo das Beben gespürt wurde, sind keine Menschen zu Schaden gekommen."

Besonders nah am Zentrum des Bebens liegen die Mentawai-Inseln rund 150 Kilometer vor der Küste. Aber auch von dort gab es zunächst keine Schadensmeldungen. "Wir haben mit Beamten auf Mentawai gesprochen, und sie haben uns gesagt, es gebe weder Schäden noch Opfer", sagte der Chef der Katastrophenschutz-Behörde einem Rundfunksender.

Zwischenzeitlich hatte es Berichte von Todesopfern gegeben, die sich jedoch bislang nicht bestätigten.

"Kein sehr gefährliches Beben"

Das Helmholtz-Zentrum in Potsdam meldete, das Beben habe in diesem Fall nur zu horizontalen und nicht zu vertikalen Verschiebungen des Meeresbodens geführt. Zu vertikalen Verschiebungen komme es, wenn sich Beben näher an der Küste ereigneten. Professor Frederik Tilmann vom Helmholtz-Zentrum sagte in tagesschau24, es handelte sich nicht um ein sehr gefährliches Beben. "Es ist ein Mechanismus des Bebens, wie er eigentlich keine großen Tsunamis auslöst", sagte Tilmann.

Frederik Tilmann, GeoForschungszentrum Potsdam, mit Einschätzungen zum Beben
Tagesschau24 15:00 Uhr, 02.03.2016

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Lage auf "Feuerring" begünstigt Erdbeben

Indonesien ist wegen seiner Lage auf dem sogenannten pazifischen "Feuerring", auf dem mehrere Erdplatten zusammentreffen, anfällig für Erdbeben. Am 26. Dezember 2004 hatte nach einem heftigen Beben vor Sumatra ein Tsunami Indonesien und andere Länder der Region heimgesucht. Mehr als 170.000 Menschen kamen ums Leben. "Da gab es keine Warnkette und kein funktionierendes Warnzentrum, das wurde danach aufgebaut", so Geoforscher Tilmann. Seitdem müsse sehr schnell eine Warnung herausgegeben werden. "Da hat sich extrem viel getan, Indonesien ist viel besser vorbereitet als 2004", so Tilmann.

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