Verteidigung, Raumfahrt und Atompolitik Russland und Indien rücken näher zusammen

Stand: 24.12.2015 19:50 Uhr

Russland und Indien wollen ihre "strategische Partnerschaft" vorantreiben. Ein Zeichen der weiterhin engen Zusammenarbeit: Russland baut weitere AKW in Indien. Beim Besuch des indischen Regierungschefs geht es auch um Öl, Helikopter und Geschäfstvisa.

Indien und Russland wollen ihre Zusammenarbeit vertiefen. Moskau sei für sein Land stets ein verlässlicher Freund gewesen, sagte der indische Ministerpräsident Narendra Modi zum Auftakt eines Treffens mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml. "Russland hat uns immer beigestanden," fügte er hinzu.

Putin stellte sich in seinem Statement zu dem erneuten Treffen - vor einem Jahr hatten sich die Partner in Neu Delhi getroffen - zwischen den beiden Staaten hinter Indiens Bestrebungen, ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates zu werden. Neu Delhi verfolge eine ausgewogene und verantwortungsvolle Außenpolitik, sagte er.

Der indische Ministerpräsident Narendra Modi und der russische Präsidenten Wladimir Putin | Bildquelle: AP
galerie

Treffen unter "strategischen" Freunden: Russlands Präsident Putin unterstützte beim Treffen mit dem indischen Ministerpräsident Modi Indiens Bestrebungen, ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates zu werden.

Bei dem Treffen beschlossen die beiden eine verstärkte Zusammenarbeit in der Verteidigung, der Atompolitik und der Raumfahrt. Unter anderem wurden Abkommen über die Produktion von Helikoptern, die mögliche gemeinsame Förderung russischer Ölreserven und die Vereinfachung von Regeln für Geschäftsvisa unterzeichnet.

Plan: Zwölf Reaktoren in den kommenden 20 Jahren

Putin sagte außerdem, dass sein Land bald mit dem Bau von zwei weiteren Atomreaktoren in Indien beginnen wolle. Russland hat bereits einen Reaktor im indischen Kernkraftwerk Kudankulam im Bundesstaat Tamil Nadu errichtet. Derzeit lässt Moskau dort eine zweite Anlage fertigstellen.

Pläne beider Länder sehen zudem vor, dass Russland in den kommenden 20 Jahren insgesamt zwölf Atomkraftwerke in Indien baut. Die Komponenten der Reaktoren sollen dabei aus Indien kommen.

Enge Beziehungen seit 1947

Schon seit der Unabhängigkeit Indiens 1947 unterhalten Russland und Indien enge Beziehungen. Moskau war für den neuen Staat damals der wichtigste Waffenlieferant. In den vergangenen Jahren versuchte Indien, seine Zukäufe auf breitere Füße zu stellen: Neben den USA bezog Indien von Frankreich und Israel militärisches Gerät.

Das Handelsvolumen zwischen Indien und Russland machte 2014 etwas weniger als zehn Milliarden Dollar (rund 9,1 Milliarden Euro) aus. Bis 2025 haben die beiden Länder die ehrgeizige Zielmarke von 30 Milliarden Dollar anvisiert.

Darstellung: