Nach dem Erdbeben in Indien | Bildquelle: AFP

Berichte über Tote und Verletzte Schweres Erdbeben im Nordosten Indiens

Stand: 04.01.2016 08:08 Uhr

Ein schweres Erdbeben hat den Nordosten Indiens an der Grenze zu Myanmar erschüttert. Die US-Erdbebenwarte gab die Stärke mit 6,7 an. Das Epizentrum lag in der Nähe von Imphal, der Hauptstadt des Bundesstaates Manipur. Mindestens neun Menschen kamen ums Leben, viele wurden verletzt.

Der Nordosten Indiens ist von einem heftigen Erdbeben erschüttert worden. Die US-Erdbebenwarte gab die Stärke mit 6,7 an, das Geoforschungsinstitut maß 6,6. Das Epizentrum des Bebens lag nur wenige Dutzend Kilometer westlich von der indischen Landeshauptstadt Imphal, in der mehr als 250.000 Menschen leben.

Bislang bestätigten die Behörden neun Tote. Ein ranghoher Regierungsbeamter des Bundesstaates Manipur betonte jedoch: "Wir können noch nicht sagen, wie viele es insgesamt sind, da wir noch auf Berichte aus den ländlichen Gebieten warten", sagte J. Suresh Babu.

Da das Erdbeben während des Sonnenaufgangs passierte, seien die meisten Menschen in ihren Häusern gewesen. Es gebe in der Region aber wenige Hochhäuser, die besonders einsturzgefährdet sind. Vielmehr würden in Manipur an der Grenze zu Myanmar vor allem einstöckige Häuser gebaut.

Schweres Erdbeben in Indien
tagesschau 09:00 Uhr, 04.01.2016

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Beben im Morgengrauen

Aus Imphal wurden erste Schäden gemeldet: Auf einem beliebten Markt kam es zu Verwüstungen. Der Erdstoß hinterließ auch große Risse in einigen Mauern, zudem stürzte ein Teil eines Gebäudes ein, wie die Polizei mitteilte. Der Nachrichtensender NDTV zeigte Bilder von Rissen in Wänden und eingestürzten Mauern. Menschen rannten in Panik auf die Straßen, als das Beben um 4.35 Uhr Ortszeit begann.

Das Epizentrum des Bebens lag laut indischer Meteorologiebehörde nordwestlich von Imphal in der Region Tamenglong im Grenzgebiet zu Myanmar in einer Tiefe von 17 Kilometern. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Tiefe des Bebens indes mit 55 Kilometern an.

In Gauhati, der Hauptstadt des Nachbarstaates Assam, gerieten die Menschen in Panik und flohen aus ihren Häusern. Anwohner berichteten von mindestens zwei Erschütterungen binnen 60 Sekunden. Das Beben war auch in Kalkutta zu spüren, der Hauptstadt des Staates Westbengalen, sowie in Myanmar, Bhutan und Bangladesch. Hier starb ein Mensch, als die Bewohner eines Hauses in Panik nach draußen stürmten.

Erst im April hatte ein gewaltiges Erdbeben den angrenzenden Himalaya erschüttert und in Nepal, Indien, China und Bangladesch insgesamt rund 9000 Menschen in den Tod gerissen. Im Dezember und Oktober wurde das Dreiländereck von Afghanistan, Pakistan und Tadschikistan erschüttert.

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