Grenzübergang China und Nordkorea (Archivbild) | Bildquelle: AP

UN-Sanktionen China verhängt Importstopp gegen Nordkorea

Stand: 14.08.2017 12:14 Uhr

Peking macht sich daran, die UN-Sanktionen gegen Nordkorea umzusetzen: Unter anderem ist die Einfuhr von Eisen, Kohle und Meeresfrüchten aus dem Nachbarland künftig verboten. Derweil riskiert US-Präsident Trump jedoch neuen Ärger.

Im Konflikt um das Raketen- und Atomprogramm Nordkoreas hat China einen Importstopp gegen das Nachbarland angekündigt. Die Einfuhr von Eisen, Eisenerz, Kohle, Blei und Meeresfrüchten aus Nordkorea sei künftig verboten, teilte das Handelsministerium mit.

Die Regierung in Peking setzt damit den jüngsten Sanktionsbeschluss des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea um. China, das als wichtigster Verbündeter des international isolierten Staates gilt, hatte den Strafmaßnahmen im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zugestimmt. Bisher blüht der Handel an der nordkoreanisch-chinesischen Grenze aber weiterhin.

Trump will Chinas Handelspraktiken untersuchen lassen

In den USA will Donald Trump derweil offiziell eine Untersuchung von Chinas Handelspraktiken einleiten. Dabei soll es vor allem um Vorwürfe massiven Diebstahls geistigen Eigentums gehen. Es wird spekuliert, der US-Präsident wolle mit diesem Schritt Druck auf Peking ausüben, um eine stärkere Zusammenarbeit beim Nordkorea-Konflikt zu erzwingen. Er riskiert damit jedoch, das Land zu verärgern. Die staatliche Zeitung "China Daily" warnte bereits, eine solche Untersuchung könnte einen Handelskrieg auslösen. Der US-Präsident würde damit "Spannungen intensivieren".

Der Importstopp-Ankündigung aus Peking war in den vergangenen Tagen eine weitere Eskalation in dem Konflikt um das Raketen- und Atomprogramm Nordkoreas vorausgegangen. US-Präsident Donald Trump hatte in ungewöhnlich drastischen Worten mit einem Militäreinsatz gedroht, Pjöngjang daraufhin mit einem Raketenbeschuss der Gewässer vor der Pazifikinsel Guam.

Der UN-Sicherheitsrat hatte die schärferen Sanktionen bereits vor der jüngsten Eskalation am 6. August beschlossen. Die Sanktionen könnten das ohnehin bereits isolierte Nordkorea rund eine Milliarde Dollar (rund 843 Millionen Euro) an Einnahmen pro Jahr kosten. China ist Nordkoreas wichtigster Handelspartner und spielt bei der Umsetzung eine große Rolle. Mehr als 80 Prozent des nordkoreanischen Handels fließen über den großen Nachbarn.

China setzt UN-Sanktionen um
Birgit Eger, ARD Peking
14.08.2017 15:24 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. August 2017 um 12:30 Uhr.

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