Kombiimpfstoff gegen Masern, Röteln und Mumps

Nach Masernepidemie Italien führt Kinder-Impfpflicht ein

Stand: 19.05.2017 18:47 Uhr

Nach einer Masernepidemie führt Italien eine Impflicht für Kinder ein, die für zwölf Krankheiten gilt. Eltern, die dagegen verstoßen, bekommen keine Krippen- oder Kita-Plätze, zudem drohen empfindliche Strafen.

Die italienische Regierung hat ein Gesetz über Pflichtimpfungen für Kinder erlassen. Wie Ministerpräsident Paolo Gentiloni erklärte, gilt die Impfpflicht für insgesamt zwölf Krankheiten, darunter Masern, Hirnhautentzündung, Tetanus, Kinderlähmung, Mumps, Keuchhusten und Windpocken.

Ohne Impfung kein Krippenplatz

Nicht geimpfte Kinder im Alter bis zu sechs Jahren werden künftig nicht in Krippen, Kindergärten oder Vorschulklassen aufgenommen. Die Eltern schulpflichtiger Kinder ab sechs Jahren, die nicht geimpft sind, müssen hohe Bußgelder zahlen.

Die Entscheidung für das Gesetz wurde durch die seit Anfang des Jahres grassierende Masernepidemie befördert. Allein bis Mitte Mai wurden 2395 Fälle registriert - gegenüber 860 im gesamten Jahr 2016. In diesem Jahr waren 89 Prozent der Kranken nicht geimpft.

Starker Widerstand gegen Maßnahme

Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin hatte sich seit Wochen für die Maßnahme stark gemacht - zum Teil gegen den Widerstand aus dem Erziehungsministerium, aber vor allem gegen den Protest der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung. Diese sieht in dem Gesetz ein "Geschenk für die Pharmaindustrie".

Lorenzin sprach von einer "sehr starken Botschaft an die Bevölkerung". Masern verlaufen meist harmlos, können aber auch tödlich enden. Während der letzten großen Masernepidemie in Italien 2002 mit 18.000 registrierten Fällen gab es 15 Tote.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Mai 2017 um 12:41 Uhr.

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