Flüchtlinge überqueren griechisch-mazedonischen Grenzfluss | Bildquelle: AP

Flucht aus Idomeni Athen spricht von organisierter Aktion

Stand: 15.03.2016 05:49 Uhr

Die Flucht Hunderter Menschen aus dem Lager Idomeni in Richtung Mazedonien ist laut der Regierung in Athen eine organisierte Aktion gewesen. Demnach hätten Unbekannte Flyer mit Falschinformationen verteilt, woraufhin die Flüchtlinge gestern illegal einen Fluss nach Mazedonien überquerten. Drei Menschen kamen dabei ums Leben.

Die Flucht von Hunderten Menschen aus dem griechischen Lager Idomeni in Richtung Mazedonien ist nach Ansicht der Regierung in Athen organisiert worden. "Wir haben in unseren Händen Flugblätter, die zeigen, dass das eine organisierte Aktion war", sagte der Sprecher des Krisenstabes für die Flüchtlingskrise, Giorgos Kyritsis, in Athen. Zuvor hatte er an einer Dringlichkeitssitzung unter Vorsitz des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras teilgenommen.

Falschinformationen per Flyer

Wer hinter der Aktion gesteckt habe, sei noch unklar. Zudem gebe es auch andere Flyer, die die Migranten falsch informieren und sie auffordern, nicht in andere Lager ins Landesinnere zu gehen. Sie sollten nicht in Busse steigen, weil die Regierung in Athen plane, sie zurück in die Türkei zu bringen, hieße es darin, sagte Kyritsis weiter. "Wir fordern die Migranten und Flüchtlinge auf, den griechischen Behörden zu vertrauen und es zu akzeptieren, in andere Lager gebracht zu werden. Die Lage im Flüchtlingslager Idomeni sei "absolut aussichtslos".

Flüchtlinge suchen neue Wege nach Mazedonien
tagesthemen 22:15 Uhr, 14.03.2016, Julian von Löwis, BR, zzt. Idomeni

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Griechische Medien veröffentlichten Kopien der Flugblätter, die Unbekannte an die Migranten verteilt hatten. Darin ist der Weg eingezeichnet, wie die Migranten den mazedonischen Zaun meiden können und über Umwege nach Mazedonien einreisen können.

Bis zu 3000 Menschen sollen es gewesen sein, die sich gestern auf den Weg an die mazedonische Grenze machten, berichtete ARD-Korrespondent Julian von Löwis. Durch einen Fluss kämpften sich viele der Flüchtlinge schließlich über die Grenze, doch dort wurden sie von Polizei und Armee festgenommen und stundenlang auf freiem Feld aufgehalten. Anschließend, so berichtet von Löwis unter Berufung auf Augenzeugen weiter, sollen sie per Lastwagen oder Bus zurück nach Griechenland gebracht worden sein.

Mindestens drei Menschen ertranken bei dem Versuch, nach Mazedonien zu kommen. Ihre Leichen waren bereits am Morgen im Grenzfluss Suva Reka entdeckt worden.

Die Flüchtlinge versuchten, die Grenze westlich von Idomeni (untere rechte Markierung) zu passieren. Hier liegt ein Fluss, der bei der Ortschaft Chamilo (untere linke Markierung) von Griechenland nach Mazedonien fließt. Die Leichen der drei Ertrunkenen wurden nahe der mazedonischen Stadt Gevgelija (obere Markierung) entdeckt. | Karte vergrößern

Ausharren in Matsch und Kälte

Mazedonien hatte seit zehn Tagen keine Flüchtlinge mehr aus Griechenland einreisen lassen, weil die Länder weiter nördlich die Durchreise und Aufnahme von Flüchtlingen beschränkt hatten, allen voran Österreich. Deshalb saßen auf griechischer Seite beim Übergang Idomeni bis zu 14.000 Menschen bei Regen, Matsch und Kälte in einem überfüllten Camp fest.

Balkanroute mit Grenzen
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Die geschlossenen Grenzen auf der Balkanroute

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