Bild des Hurrikans "Harvey" aus dem Weltall | Bildquelle: dpa

Hurrikan erreicht US-Golfküste Wird "Harvey" so schlimm wie "Katrina"?

Stand: 26.08.2017 11:08 Uhr

Mit Windstärken von mehr als 200 Kilometern pro Stunde hat der Wirbelsturm "Harvey" die US-Küste im Golf von Mexiko erreicht. Zwar schwächte er sich nach mehreren Stunden nun ab. Das Ausmaß der Schäden ist jedoch noch unklar.

Von Marc Hoffmann, ARD-Studio Washington

Ein CNN-Reporter in Regenjacke stemmt sich mit aller Kraft gegen den peitschenden Wind. Das Gesicht zur Seite, um heranfliegende Trümmerteile frühzeitig erkennen zu können - der Reporter berichtet direkt aus Kleinstadt Corpus Christi.

Meteorologen hatten vorausgesagt, dass der Hurrikan dort in unmittelbarer Nähe auf das Festland treffen wird. Auf dem Weg dorthin hatte Wirbelsturm Harvey über dem Meer weiter an Stärke zugenommen.

Leichte Entwarnung für Wirbelsturm "Harvey"
tagesschau 12:00 Uhr, 26.08.2017

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Windstärken über 200 km/h

Das Nationale Hurrikan-Zentrum hatte ihn auf die vierte von insgesamt fünf Kategorien hochgestuft. Deren leitender Direktor Edward Rappaport spricht von historischen Ausmaßen: "Entlang der Küste könnte die Sturmflut bis zu dreieinhalb Meter erreichen. Hinzu kommen noch die Wellen", warnt er. Auch mit heftigen Regenfälle fast auf Rekordniveau sei zu rechnen. "Das sind sehr gefährliche Bedingungen - vom Meer und durch den Regen." Hinzu kommt der Wind mit Stärken von über 200 Kilometern pro Stunde.

Inzwischen hat sich der Sturm abgeschwächt: Nach mehreren Stunden erreicht er laut Nationalem Hurrikan-Zentrum nun Stufe zwei - und damit noch immer Geschwindigkeiten von 185 Kilometern pro Stunde.

Bevor der Wirbelsturm texanischen Boden erreichte, hatten die US-Behörden gewarnt: "Harvey" könnte der schwerste Sturm in den USA werden seit dem verheerenden Hurrikan "Katrina" vor zwölf Jahren. Damals kamen in der Gegend rund um New Orleans weit mehr als 1000 Menschen ums Leben.

Manche Bewohner bleiben trotzdem

Der Bürgermeister von Corpus Christi, Joe McComp, erklärte am Abend, er und sein Ort seien aufs Schlimmste vorbereitet. Dennoch rechnet er mit großen Schäden und tagelangem Stromausfall.

Einige Menschen sind trotz der Warnungen in der Gefahrenregion geblieben, berichten US-Medien. Sie haben sich mit Nahrungsmitteln eingedeckt und Fenster und Türen mit schützenden Holzplatten vernagelt. "Ich mache alles, um mich zu schützen und vertraue auf Gott", erklärt eine Bewohnerin.

Auch im Küstenort Galveston, etwa 400 km von Corpus Christi entfernt, sind viele Bürger geblieben, erklärt Bürgermeister Jim Yarbrough. Zwar würden die Menschen normalerweise in die größeren Städte wie San Antonio oder Austin gehen - "aber diese Orte werden genauso schlimm getroffen wie wir hier", so der Bürgermeister. Deshalb bringe man die Menschen hier innerhalb des Ortes in höher liegende Gebäude oder etwa Hotels in Sicherheit.

Einwohner von Corpus Christi warten auf ihre Evakuierung nach San Antonio. | Bildquelle: dpa
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Einwohner von Corpus Christi warten auf ihre Evakuierung nach San Antonio.

Karte: Texas, USA
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In der bedrohten Region leben rund 5,8 Millionen Menschen.

Wird es so schlimm wie "Katrina"?

Das Nationale Hurrikan-Zentrum rechnet damit, dass sich Hurrikan Harvey über Süd-Texas festsetzen könnte. Mit tagelangem, heftigen Regen, der eben auch in den großen Städten für Überflutungen sorgen könnte.  

Überschwemmungen, die keiner zuvor gesehen habe, prophezeien Meteorologen. Das könnte das Ausmaß von Wirbelsturm "Katrina" in den Schatten stellen. Noch ist darüber nichts bekannt: Erst bei Tagesanbruch in den USA könnten die ersten Schätzungen über die Schäden sichtbar werden.

Vom Tropensturm zum Hurrikan

Tropische Wirbelstürme entstehen über dem Meer, wenn das Wasser mindestens 26 Grad warm ist und stark verdunstet. Ihre Stärke wird nach der von den Meteorologen Herbert Saffir und Robert Simpson entwickelten Skala eingeteilt. Demnach ist in den USA bei einer maximalen Windgeschwindigkeit unter 63 Kilometern pro Stunde von einem Tropentief die Rede. Bei Tempo 63 bis 118 gilt es als Tropensturm, darüber wird Hurrikanstärke erreicht. Ein Hurrikan der Kategorie 1 reicht bis Tempo 153. Stufe 2 gilt bis 177, Stufe 3 bis 208 und Stufe 4 bis 251 Kilometer pro Stunde. Hurrikans der höchsten Kategorie 5 haben eine Windgeschwindigkeit von mehr als 252 Kilometern pro Stunde.

Hurrikane erzeugen zwar enorme Windgeschwindigkeiten, bewegen sich aber oft nur mit etwa 15 Kilometern in der Stunde vorwärts. Das ist verheerend, weil Niederschläge dann stunden- oder tagelang auf fast dasselbe Gebiet niederprasseln.

Oft nehmen Wirbelstürme bei ihrem Zug über das Meer an Stärke zu. Über Land verlieren sie schnell an Kraft, da der Nachschub feuchtwarmer Luftmassen fehlt. Bei Windgeschwindigkeiten unter 120 Kilometern pro Stunde wird ein Hurrikan zu einem Tropensturm herabgestuft.

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Zehn Jahre nach "Katrina" (August 2015)

Überschwemmte Straße in New Orleans
Überschwemmte Straße in New Orleans

Zehn Jahre ist es her, dass der Wirbelsturm "Katrina" erst die Karibik und dann den Südosten der USA - insbesondere die Stadt New Orleans - verwüstete.

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Über dieses Thema berichtete die Tagesschau am 26. August 2017 um 09:50 Uhr

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