Eine Frau läuft in Galveston durch den Regen, den Hurrikan Havey an der Küste von Texas verursacht. | Bildquelle: AP

US-Golfküste Hurrikan "Harvey" erreicht Texas

Stand: 26.08.2017 06:42 Uhr

Hurrikan "Harvey" hat in Texas die US-Küste erreicht. US-Präsident Trump rief für den Bundesstaat den Katastrophenzustand aus. Der Hurrikan könnte sich zum schwersten Sturm in den USA seit "Katrina" vor zwölf Jahren entwickeln.

Hurrikan "Harvey" hat auf seinem Weg Richtung Texas weiter an Kraft gewonnen. Er wurde im Laufe des Tages zu einem gefährlichen Sturm der Kategorie vier hochgestuft. Das ist die zweithöchste Stufe. Im Nordosten der Hafenstadt Corpus Christi erreichte er nun das Festland. "Harvey" bringt Geschwindigkeiten bis zu 215 Kilometern pro Stunde und flutartigen Regen mit sich.

USA bereiten sich auf Hurrikan Harvey vor
tagesthemen 21:45 Uhr, 26.08.2017

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Warnung vor katastrophalen Folgen

Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami hatte die Bewohner der Region zuvor vor katastrophalen Folgen gewarnt. "Wir hoffe, sie realisieren, dass sie das umbringen kann", sagte Meteorologe Dennis Felgten. Die Ausläufer des Hurrikans sorgten bereits früh für steigende Wasserpegel.

Es wurde damit gerechnet, dass "Harvey" massive Überschwemmungen verursacht, möglicherweise sogar in Gebieten bis zu 160 Kilometer im Landesinneren.

Einwohner von Corpus Christi warten auf ihre Evakuierung nach San Antonio. | Bildquelle: dpa
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Einwohner von Corpus Christi warten auf ihre Evakuierung nach San Antonio.

Karte: Texas, USA
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In der bedrohten Region leben rund 5,8 Millionen Menschen.

US-Präsident Donald Trump rief wegen des herannahenden Hurrikans "Harvey" für Texas den Katastrophenzustand aus. Er habe auf Wunsch des Gouverneurs des Bundesstaates, Greg Abbott, gehandelt, twitterte Trump. Somit könnten jegliche Staatshilfen in Anspruch genommen werden. Abbott warnte seine Landsleute vor "einer sehr großen Naturkatastrophe". Das warme Wasser im Golf von Mexiko hatte dem Sturm zusätzlich Kraft verliehen, bevor er Land erreichte.

Sandwälle gebaut, Fenster verbarrikadiert

In dem Gebiet von Corpus Christi bis Galveston leben knapp sechs Millionen Menschen, was etwa der Bevölkerung von Hessen entspricht. In der Region ist auch fast die Hälfte der US-Raffinerie-Kapazität angesiedelt, im Golf selbst knapp ein Fünftel der Öl-Produktion des Landes. Viele der Anlagen wurden vorsorglich geschlossen. Die Bewohner bauten Sandwälle und verbarrikadierten ihre Fenster. Viele deckten sich für die kommenden Tage mit Benzin und Proviant ein.

NHC Atlantic Ops @NHC_Atlantic
The eyewall of #Hurricane #Harvey is close to moving onshore, with sustained hurricane-force winds arriving soon. https://t.co/tW4KeGdBFb https://t.co/5Fv7z26FgK

Vom Tropensturm zum Hurrikan

Tropische Wirbelstürme entstehen über dem Meer, wenn das Wasser mindestens 26 Grad warm ist und stark verdunstet. Ihre Stärke wird nach der von den Meteorologen Herbert Saffir und Robert Simpson entwickelten Skala eingeteilt. Demnach ist in den USA bei einer maximalen Windgeschwindigkeit unter 63 Kilometern pro Stunde von einem Tropentief die Rede. Bei Tempo 63 bis 118 gilt es als Tropensturm, darüber wird Hurrikanstärke erreicht. Ein Hurrikan der Kategorie 1 reicht bis Tempo 153. Stufe 2 gilt bis 177, Stufe 3 bis 208 und Stufe 4 bis 251 Kilometer pro Stunde. Hurrikans der höchsten Kategorie 5 haben eine Windgeschwindigkeit von mehr als 252 Kilometern pro Stunde.

Hurrikane erzeugen zwar enorme Windgeschwindigkeiten, bewegen sich aber oft nur mit etwa 15 Kilometern in der Stunde vorwärts. Das ist verheerend, weil Niederschläge dann stunden- oder tagelang auf fast dasselbe Gebiet niederprasseln.

Oft nehmen Wirbelstürme bei ihrem Zug über das Meer an Stärke zu. Über Land verlieren sie schnell an Kraft, da der Nachschub feuchtwarmer Luftmassen fehlt. Bei Windgeschwindigkeiten unter 120 Kilometern pro Stunde wird ein Hurrikan zu einem Tropensturm herabgestuft.

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Zehn Jahre nach "Katrina" (August 2015)

Überschwemmte Straße in New Orleans
Überschwemmte Straße in New Orleans

Zehn Jahre ist es her, dass der Wirbelsturm "Katrina" erst die Karibik und dann den Südosten der USA - insbesondere die Stadt New Orleans - verwüstete.

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Über dieses Thema berichtete die Tagesschau am 26. August 2017 um 05:00 Uhr

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