Satellitenbild des Hurrikans Harvey | Bildquelle: AFP

Texas und Louisiana Hurrikan "Harvey" bedroht US-Golfküste

Stand: 25.08.2017 09:35 Uhr

Tropensturm "Harvey" hat sich zu einem gewaltigen Hurrikan entwickelt und rast auf die US-Golfküste zu: In Texas und Louisiana könne der Sturm lebensbedrohliche Überschwemmungen bringen, warnte das Hurrikanzentrum. Millionen Menschen sind betroffen.

Die US-Bundesstaaten Texas und Louisiana bereiten sich auf einen Hurrikan vor, der sich im Golf von Mexiko zusammengebraut hat. Der Wirbelsturm "Harvey" habe sich zu einem Hurrikan der Kategorie 2 entwickelt, teilte das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) mit. Das bedeutet, dass Windgeschwindigkeiten zwischen 150 und 170 Kilometer pro Stunde gemessen wurden. Insgesamt gibt es fünf Hurrikan-Kategorien.

NHC Atlantic Ops @NHC_Atlantic
Tropical Storm conditions are likely to reach the coast by this afternoon. More graphical products available here: https://t.co/INZ6guNuwx https://t.co/KqtPODia8g

"Bringt euch in Sicherheit"

"Harvey" nehme rasch an Intensität zu und könne in Texas und Louisiana "lebensbedrohliche und zerstörerische" Überschwemmungen bringen, warnte das NHC. Wenn der Hurrikan aufs Festland trifft, könnte er bereits Geschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern in der Stunde erreicht haben. Die Folgen: Vereinzelt bis zu 97 Zentimeter Niederschlag pro Quadratmeter und bis 3,70 Meter hohe Wellen an der Küste.

"An alle, die sich noch nicht in Sicherheit gebracht haben: Tut dies rasch", hieß es auf der Website der texanischen Stadt Portland. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, erklärte 30 Landkreise zum möglichen Katastrophengebiet. In Houston, der größten Stadt auf dem voraussichtlichen Weg des Hurrikans, wurden die Schulen bis einschließlich Montag vorsorglich geschlossen.

Einwohner von Corpus Christi warten auf ihre Evakuierung nach San Antonio. | Bildquelle: dpa
galerie

Einwohner von Corpus Christi warten auf ihre Evakuierung nach San Antonio.

Karte: Texas, USA
galerie

In der bedrohten Region leben rund 5,8 Millionen Menschen.

Ölindustrie betroffen

Den Vorhersagen zufolge ist von dem Wirbelsturm auch das Herz der amerikanischen Ölraffinerie-Industrie bedroht. In der Küstenstadt Corpus Christi wurde bereits vorsorglich der Hafen geschlossen. Arbeiter der Ölplattformen im Golf von Mexiko wurden an Land gebracht.

Die Meteorologen rechnen damit, dass "Harvey" in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) mit seinem Zentrum die Küste von Texas erreichen wird. In der Region zwischen Corpus Christi und Galveston leben 5,8 Millionen Menschen. zwischen "Harvey" könnte sich bis dahin zum stärksten Hurrikan seit zwölf Jahren entwickeln, der das US-Festland erreicht.

2005 hatte der Kategorie-5-Hurrikan "Katrina" in den südöstlichen Bundesstaaten der USA am Golf von Mexiko schwere Schäden verursacht. Besonders der Großraum New Orleans war betroffen, aber auch weite Gebiete in den Bundesstaaten Louisiana, Florida, Mississippi, Alabama und Georgia.

Vom Tropensturm zum Hurrikan

Tropische Wirbelstürme entstehen über dem Meer, wenn das Wasser mindestens 26 Grad warm ist und stark verdunstet. Ihre Stärke wird nach der von den Meteorologen Herbert Saffir und Robert Simpson entwickelten Skala eingeteilt. Demnach ist in den USA bei einer maximalen Windgeschwindigkeit unter 63 Kilometern pro Stunde von einem Tropentief die Rede. Bei Tempo 63 bis 118 gilt es als Tropensturm, darüber wird Hurrikanstärke erreicht. Ein Hurrikan der Kategorie 1 reicht bis Tempo 153. Stufe 2 gilt bis 177, Stufe 3 bis 208 und Stufe 4 bis 251 Kilometer pro Stunde. Hurrikans der höchsten Kategorie 5 haben eine Windgeschwindigkeit von mehr als 252 Kilometern pro Stunde.

Hurrikane erzeugen zwar enorme Windgeschwindigkeiten, bewegen sich aber oft nur mit etwa 15 Kilometern in der Stunde vorwärts. Das ist verheerend, weil Niederschläge dann stunden- oder tagelang auf fast dasselbe Gebiet niederprasseln.

Oft nehmen Wirbelstürme bei ihrem Zug über das Meer an Stärke zu. Über Land verlieren sie schnell an Kraft, da der Nachschub feuchtwarmer Luftmassen fehlt. Bei Windgeschwindigkeiten unter 120 Kilometern pro Stunde wird ein Hurrikan zu einem Tropensturm herabgestuft.

1/11

Zehn Jahre nach "Katrina" (August 2015)

Überschwemmte Straße in New Orleans
Überschwemmte Straße in New Orleans

Zehn Jahre ist es her, dass der Wirbelsturm "Katrina" erst die Karibik und dann den Südosten der USA - insbesondere die Stadt New Orleans - verwüstete.

Verändern Sie die Darstellung durch Bewegen des Bildschiebers.

Über dieses Thema berichtete die Tagesschau am 25. August 2017 um 09:00 Uhr.

Darstellung: