Polizisten vor dem Münchner Hauptbahnhof | Bildquelle: dpa

Zeitung berichtet über Details Verhinderte die Türkei die Münchner Anschläge?

Stand: 07.01.2016 14:48 Uhr

Die angeblich geplanten Anschläge in der Münchner Silvesternacht könnten Teil eines größeren Terrorplans gewesen sein. Das berichtet die türkische "Hürriyet". Demnach verhinderte eine Festnahme in Ankara eine Umsetzung.

Von Thomas Bormann, ARD-Studio Istanbul

Der türkische Geheimdienst hat möglicherweise eine ganze Serie von Anschlägen verhindert - auch die angeblich geplanten Anschläge in München in der Silvesternacht. Das jedenfalls berichtet die türkische Zeitung "Hürriyet Daily News".

Die türkische Polizei nahm bereits am 30. Dezember in Ankara zwei Männer fest, die zur Terrororganisation "Islamischer Staat" gehören sollen. Dem Zeitungsbericht zufolge fand die Polizei bei ihnen Sprengstoff und mehrere Anschlagspläne. Die Ermittler gingen davon aus, dass die beiden Männer als Selbstmordattentäter in der Silvesternacht Sprengsätze auf einem belebten Platz in der türkischen Hauptstadt Ankara zünden wollten.

Brisanter Fund in einer Wohnung

In der Wohnung der beiden Festgenommenen stellten die Ermittler laut dem Bericht einen Computer sicher und fanden darin E-Mails mit Instruktionen von einem IS-Kommandeur. Demnach sollten in der Silvesternacht zeitgleich insgesamt 13 Selbstmordattentäter in sechs verschiedenen Städten Anschläge verüben, darunter in Ankara und in München. Die anderen vier Anschlagsziele lagen laut "Hürriyet" in Österreich, Belgien, Großbritannien und Frankreich. Der türkische Geheimdienst habe die europäischen Partner rechtzeitig gewarnt und die Anschläge damit verhindert.

Die Zeitung beruft sich auf Vertreter der türkischen Regierung, nennt aber keine Namen. Offiziell nahm die Regierung zu diesem Bericht bisher nicht Stellung.

Dieser Beitrag lief am 7. Januar 2016 um 16:22 Uhr auf InfoRadio

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