Demonstranten protestieren bei den Feierlichkeiten zum 20. Jubiläum der Rückgabe an China. | Bildquelle: dpa

Rückgabe Hongkongs an China Fahnenzeremonie unter Protest

Stand: 01.07.2017 09:05 Uhr

Während der Feier zum 20. Jubiläum der Rückgabe Hongkongs an China wurde die neue Regierungschefin unter den Augen von
Präsident Xi vereidigt. Demonstranten forderten mehr Demokratie. Sie fürchten Pekings steigenden Einfluss.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Der Himmel strahlt blau über dem Hafen von Hongkong. Die perfekte Kulisse für die Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der Übergabe der ehemaligen britischen Kolonie an China.

An der Hafenpromenade hat sich die politische Elite der Stadt zur Flaggenzeremonie versammelt. Neben dem Übergabe-Denkmal hissen Soldaten feierlich die Rote Fahne der Volksrepublik China und daneben die etwas kleinere rot-weiße Hongkonger Flagge. Die chinesische Flagge überragt nicht nur die Hongkonger Blütenfahne, sie wird auch ein ganzes Stück weiter nach oben gezogen. Details, die vermitteln: Autonomierechte hin oder her, das eigentliche Sagen hat in der Sonderverwaltungszone immer noch die Zentralregierung in Peking.

Carrie Lam und Xi Jinping | Bildquelle: dpa
galerie

Tanz nach der Pfeife Chinas? Hongkongs neue Regierungschefin Lam und Chinas Präsident Xi.

Der erste Besuch von Xi

Zum 20. Jahrestag des sogenannten Handovers ist auch Chinas Staatschef Xi Jinping nach Hongkong gekommen. Zum ersten Mal überhaupt, seit er Präsident ist. Xi wohnte am Vormittag auch der Amtseinführung der neuen Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam bei. Die 60-jährige war Ende März von einem überwiegend pekingtreuen Wahlleutegremium bestimmt worden.

Die 20-Jahr-Feierlichkeiten haben gestern Abend mit einer festlichen Gala begonnen: chinesische Folklore und Treueschwüre aufs Vaterland vor handverlesenem Publikum.

Doch weil in Hongkong im Gegensatz zu Festlandchina Meinungs- und Versammlungsfreiheit gelten, gab es am Abend auch Aktionen der Peking-Kritiker. An der Baptist University zum Beispiel.

20. Jahrestag der Übergabe Hongkongs an China
tagesschau 12:00 Uhr, 01.07.2017, Mario Schmidt, ARD Peking

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Früher britische - heute eine chinesische Kolonie"

Hongkong ist immer noch eine Kolonie, sagt David Leung von der Studenten-Union der Uni. "Früher waren wir eine britische Kolonie, heute sind wir chinesische Kolonie. Alles Schlechte, was in der Stadt passiert, geht von der chinesischen Zentralregierung aus." Die Regierung folge einfach den Regeln aus Peking. Deshalb sei Xi nicht willkommen.

Studentenaktivisten wie Leung sind nicht die Einzigen, die den wachsenden Einfluss Festlandchinas auf Hongkong kritisieren. Wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich: In allen Bereichen des Lebens mischt sich die Pekinger Führung inzwischen spürbar in die Belange Hongkongs ein. Wichtigster Kritikpunkt: Festlandchina verhindert weiter die Einführung freier Wahlen in Hongkong. Obwohl das bei der Übergabe vor 20 Jahren vereinbart wurde.

Worthülsen statt Mitbestimmung

Auf Forderungen nach mehr Demokratie, mehr Teilhabe und Mitbestimmungen ging Chinas Staatschef Xi beim Festbankett gestern Abend erwartungsgemäß nicht ein. Stattdessen: Worthülsen. "Solange wir uns alle gemeinsam und vereint an den Grundsatz 'Ein Land, zwei Systeme' halten, und daran, dass Hongkong von den Hongkongern regiert wird und ein hohes Maß an Autonomie genießt, so lange können wir eine positive Zukunft für die Stadt gestalten", so Xi

Studentenaktivist Alvis Chang von der Hongkonger Baptist-University glaubt dem chinesischen Staatschef kein Wort. Im Gegenteil: Für heute haben er und viele andere peking-kritische Gruppen zu einem Protestmarsch aufgerufen.

"Wir sind stolz auf unsere Grundrechte. Mehr und mehr verlieren wir diese aber", warnt Chang. Er fürchte sich davor, dass Hongkong irgendwann eine ganz normale chinesische Stadt werde. "Das ist das letzte, was ich will."

Party und Protest: Vor 20 Jahren wurde Hongkong chinesisch
S. Wurzel, ARD Shanghai zzt. Hongkong
01.07.2017 06:56 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete am 01. Juli 2017 die tagesschau um 12:00 Uhr und Deutschlandfunk Kultur um 12:22 Uhr.

Darstellung: