Stephan Hawking (1942-2018) | Bildquelle: AFP

Tod von Stephen Hawking Brillant und unendlich optimistisch

Stand: 14.03.2018 09:01 Uhr

Als Physiker im Rollstuhl und mit Sprachcomputer kannte ihn die ganze Welt. Stephen Hawking trotzte ärztlichen Prognosen, lebte zuversichtlich und war stets für einen Scherz zu haben.

Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London

"Als ich 21 war, wurde mir gesagt, dass ich eine unheilbare Krankheit habe, die mich in zwei oder drei Jahren töten würde", erzählte Stephen Hawking oft. Doch es kam anders - die Ärzte lagen falsch. Der Physiker wurde 76 Jahre alt.

Hawking war damals in Oxford und später in Cambridge ein vielversprechender Student der Mathematik und Astronomie, als die Ärzte Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) diagnostizierten. Eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems, die nach und nach jeden Muskel lähmte und ihm später auch die Sprache nahm.

Astrophysiker Stephen Hawking mit 76 Jahren gestorben
tagesthemen 22:30 Uhr, 14.03.2018, Mareike Aden, NDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Es spielt sich alles im Kopf ab"

Lange Zeit steuerte Stephen Hawking seinen Sprachcomputer über Bewegungen der Wangenmuskeln, und als auch das nicht mehr ging, über die Bewegungen der Augen. War er anfangs noch verzweifelt über seine Krankheit, so hat er am Ende die Vorzüge betont: "Meine Krankheit hat mich davon befreit, in langweilige Ausschüsse zu gehen. Dadurch hatte ich mehr Zeit zum Nachdenken und für die Forschung. Die theoretische Physik ist eines der wenigen Gebiete, auf denen eine körperliche Behinderung kein Handicap ist. Es spielt sich alles im Kopf ab."

Hawkings Theorien über den Urknall, schwarze Löcher und die Quantenphysik wurden zu Bestsellern. Seine "Kurze Geschichte der Zeit" wurde in 40 Sprachen übersetzt und weltweit mehr als zehn Millionen Mal verkauft. Sein ganzes Leben war er auf der Suche nach der Theorie, die alles erklärt. Hawking selber hat dabei immer betont, er sei kein zweiter Einstein. Und wahrscheinlich sei er nur wegen seiner Behinderung so berühmt geworden. Trotzdem gab es kaum jemanden, der so viel erreicht hat, das Wissen über Schwerkraft, Raum und Zeit zu vertiefen. Seine Theorien waren und sind auch umstritten, er selber korrigierte sich immer wieder einmal.

Stephen Hawking in der Schwerelosigkeit | Bildquelle: ZERO GRAVITY CORPORATION HANDOUT
galerie

Schwerkraft, Raum und Zeit waren seine Themen. Während eines Fluges in die Schwerelosigkeit im Jahr 2007 zeigte sich Hawking ganz gelöst.

Kritik am Verhalten der Menschheit

Hawking erklärte, das Universum sei aus dem Nichts und nicht durch die Hand Gottes entstanden. Spektakulär seine Erkenntnisse über die Schwarzen Löcher im Weltraum und deren Strahlung, die nach ihm benannt wurde. "Das Schwarze Loch bildet sich nur scheinbar, es öffnet sich aber am Ende und gibt die Informationen frei, die in ihm verschwunden sind. So können wir uns der Vergangenheit sicher sein und die Zukunft vorhersagen."

Hawking kritisierte häufig, wie die Menschen mit ihrem Planeten umgehen. Als Lösung für die überbevölkerte Erde bleibe am Ende nur das Ausweichen auf andere Planeten. Er warnte auch davor, dass die Entwicklung der künstlichen Intelligenz außer Kontrolle geraten und zur Gefahr für die Menschen werden könnte.

Gastauftritte bei Simpsons und Raumschiff Enterprise

Hawking war aber kein Pessimist. Er war schlagfertig, und immer für einen Scherz zu haben: Im Fernsehen hatte er Gastauftritte bei Raumschiff Enterprise und bei den Simpsons. Er war auf einem Pink Floyd-Album zu hören. Die Monty Python-Truppe ließ ihn bei ihrem Comeback mitsamt Rollstuhl in einem Schwarzen Loch verschwinden, während sein Sprachcomputer den "Galaxy-Song" aus dem Sinn des Lebens intonierte. "Humor ist eine große Hilfe bei der Erklärung der Rätsel des Universums", so Hawking.

"Ohne sie hätte ich es niemals geschafft"

Der Spielfilm "Die Entdeckung der Unendlichkeit" zeigte, welch große Rolle seine erste Frau Jane in Hawkings Leben gespielt hat. Sie hat sich für ihn aufgeopfert, und sie hat die Ärzte gestoppt, die nach einer Lungenentzündung empfahlen, die lebenserhaltenden Maschinen abzustellen.

Hawking sagt über seine Ex-Frau Jane: "Ohne sie hätte ich es niemals geschafft. Sie hat mich allein betreut, als sich meine Lage immer weiter verschlechterte. Wir konnten uns damals keine Pflegekraft leisten."

Eddie Redmayne als Stephen Hawking in einer Szene des Kinofilms "Die Entdeckung der Unendlichkeit" | Bildquelle: picture alliance / dpa
galerie

Mit Eddie Redmayne in der Hauptrolle wurde Hawkings Leben verfilmt.

Stephen Hawking mit seiner Tochter Lucy | Bildquelle: picture alliance / dpa
galerie

Mit seiner Tochter Lucy zusammen schrieb Hawking Kinderbücher.

Kinderbuchautor mit Tochter Lucy

Die Ehe zerbrach darüber, am Ende aber war Stephen Hawking seiner ersten Frau Jane und seinen drei Kindern wieder sehr nahe. Zusammen mit seiner Tochter Lucy schrieb er Kinderbücher.

Als auch seine Wangenmuskeln den Dienst versagten, bekam Hawking einen neuen Sprachcomputer. Dieser hätte ihm auch eine natürlichere Stimme geben können. Doch er wollte seine ziemlich amerikanisch klingende Roboterstimme behalten. Sie sei zu einem Markenzeichen geworden.

Trauer um Physikgenie Stephen Hawking
Jens-Peter Marquardt, ARD London
14.03.2018 06:08 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. März 2018 um 07:38 Uhr.

Darstellung: