Eine südafrikanische Filiale der Modekette H&M nach einer Plünderung. | Bildquelle: AFP

Nach umstrittener Werbung Plünderungen bei H&M in Südafrika

Stand: 13.01.2018 21:49 Uhr

Demonstranten haben in Südafrika mehrere Geschäfte der Modekette H&M geplündert. Sie steht wegen des Vorwurfs rassistischer Werbung in der Kritik. Das Unternehmen schloss inzwischen alle Läden in dem Land.

Aus Wut über eine als rassistisch empfundene Werbung haben aufgebrachte Demonstranten in Südafrika Geschäfte der schwedischen Modemarke H&M geplündert und demoliert. Mitglieder der linken Gruppierung Economic Freedom Fighters attackierten in Pretoria und Johannesburg sechs Läden.

"Die Zeit der Entschuldigung für Rassismus ist vorbei", sagte der Sprecher der Gruppe, Mbuyiseni Ndlozi. "Es muss Konsequenzen für Rassismus geben, Punkt." In einem Fall feuerte die Polizei Gummigeschosse ab, um die Demonstranten auseinanderzutreiben, wie die Polizei mitteilte.

Ein Augenzeuge twitterte ein Video aus einer H&M-Filiale in Pretoria.

Prominente Kritik

Grund für die Proteste ist eine H&M-Werbung mit einem dunkelhäutigen Jungen in einem Pullover mit dem Slogan "Coolster Affe im Dschungel". Kritiker hielten dies für unangemessen und rassistisch. Unter ihnen sind US-Basketballstar LeBron James sowie die Sänger Diddy und The Weeknd. Das Unternehmen hat die Werbung bereits zurückgezogen und entschuldigte sich dafür. Alle Läden in Südafrika wurden vorübergehend geschlossen.

Das Modeunternehmen steht ohnehin unter Druck: Branchendaten deuteten zuletzt auf ein anhaltend schwaches Geschäft im Dezember hin, so die Analysten der Danske Bank.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Januar 2018 um 18:29 Uhr.

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