"El Chapo" Guzmán wird von Sicherheitskräften abgeführt. | Bildquelle: dpa

Mexikanischer Drogenboss Guzmán Nach mehrstündigem Einsatz festgenommen

Stand: 09.01.2016 09:57 Uhr

Nach der Flucht im Juli ist Mexikos meistgesuchter Drogenboss, "El Chapo" Guzmán, festgenommen worden. Präsident Peña Nieto sieht darin einen Beweis für die Stärke des mexikanischen Staates - die Bürger des Landes sehen das kritischer.

Von Anne Demmer, ARD-Studio Mexiko-Stadt

"Misión cumplida: Lo tenemos - Auftrag erfüllt. Wir haben ihn", twitterte Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto, kurz nach der Verhaftung des Drogenbosses.

Gegen vier Uhr morgens hatte am Freitag die Operation in Los Mochis im Bundesstaat Sinaloa, der Heimat des Drogenbosses, begonnen. Hubschrauber kreisten über der Stadt im Westen des Landes. Soldaten der Marineinfanterie lieferten sich eine Schießerei mit mutmaßlichen Bandenmitgliedern, bei der laut Behörden fünf Angreifer getötet wurden.

Mehrere Stunden dauerte der Einsatz an. Joaquín "El Chapo" Guzmán selbst wurde in einem Hotel gestellt. Im Internet kursieren Videos, wie er mit einem weißen Hemd über dem Kopf abgeführt wird.

Enrique Peña Nieto @EPN
Misión cumplida: lo tenemos. Quiero informar a los mexicanos que Joaquín Guzmán Loera ha sido detenido.

Peña Nieto: "Keine Bedrohung mehr für Mexikaner"

In einer Ansprache an die Bevölkerung betonte der mexikanische Präsident: "Mit der Verhaftung des 'Chapos' sind jetzt 98 der 122 meistgesuchten Kriminellen des Landes festgenommen oder getötet worden. Sie stellen keine Bedrohung mehr für die Mexikaner dar." Mexiko habe unter Beweis gestellt, dass die Institutionen des Landes in der Lage seien, "denjenigen die Stirn zu bieten, die das Leben der mexikanischen Familien bedrohen".

Der Chef des Sinaloa-Kartells Guzmán war vor einem halben Jahr aus dem Hochsicherheitsgefängnis Altiplano ausgebrochen. Er türmte durch ein Loch in der Dusche seiner Gefängniszelle durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel.

Drogenboss "El Chapo" Guzmán festgenommen
tagesthemen 23:30 Uhr, 09.01.2016, Peter Sonnenberg, ARD Mexiko-Stadt

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Die spektakuläre Flucht hatte der mexikanischen Regierung viel Spott und Häme eingebracht. Kommentatoren fragten sich, ob er nicht vielleicht sogar einfach durch den Haupteingang des Hochsicherheitsgefängnisses spaziert sei.

Die Mexikaner selbst scheinen der Nachricht von der Festnahme noch nicht ganz zu trauen. "Er ist zweimal ausgebrochen, dann wird er es auch noch ein drittes Mal tun. Man kann nur hoffen, dass es stimmt", sagt ein Passant bei einer Umfrage. Und ein anderer ergänzt, es sei gut, dass sie ihn geschnappt hätten. "Hoffentlich klären sie dann auch endlich auf, wie er fliehen konnte - da war viel Korruption im Spiel."

USA begrüßen Festnahme

Auch US-Justizministerin Loretta Lynch begrüßt die Festnahme. Die Verhaftung Guzmáns durch die mexikanischen Behörden sei ein Schlag gegen das internationale Drogenhändlersyndikat, das er geführt haben soll, ein Sieg für die Bürger Mexikos und der Vereinigten Staaten und eine Bekräftigung der Rechtstaatlichkeit beider Länder.

Die USA hatten die Auslieferung Guzmáns gefordert, nachdem er 2014 festgenommen worden war. Bislang stand die mexikanische Regierung dem aber eher ablehnend gegenüber. In den Vereinigten Staaten liegen diverse Haftbefehle gegen ihn vor - unter anderem in den Bundesstaaten New York, Texas und Arizona.

Ein mexikanischer Bundesrichter genehmigte bereits die Überstellung des Kartellchefs an die Vereinigten Staaten, heißt es in mexikanischen Medien. Allerdings ist die rechtliche Lage noch unklar. Die Anwälte des Sinaloa-Kartells fechten den Beschluss an. Doch am Ende lautet die Frage, würde ihm in Mexiko der Prozess gemacht: Wie lange hält es der Drogenboss in Mexiko hinter Gittern aus? Der nächste Tunnel ist sicher schon in Planung, und Fluchthelfer wird es auch genügend geben.

Drogenboss Chapo Guzman in Sinaloa gefasst
A. Demmer, ARD Mexiko-Stadt
09.01.2016 08:28 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: