Iván Velásquez | Bildquelle: AFP

Konflikt in Guatemala UN-Ermittler bleibt, Morales muss bangen

Stand: 28.08.2017 07:34 Uhr

Der guatemaltekische Präsident Morales ist mit der Ausweisung des UN-Sonderermittlers Velázquez gescheitert. Das Verfassungsgericht stoppte eine entsprechende Anweisung. Damit gehen die Ermittlungen gegen Morales weiter.

Das Verfassungsgericht Guatemalas hat eine umstrittene Maßnahme des Präsidenten Jimmy Morales zur Entmachtung der Antikorruptionsbehörden gestoppt. In einer Sondersitzung legte das Gericht eine nur Stunden zuvor angekündigte Anordnung von Morales auf Eis, die den UN-Korruptionsermittler Ivan Velázquez zur "unerwünschten Person" erklärt hatte. Dadurch hätte Velázquez das mittelamerikanische Land verlassen müssen.

Ermittlungen gegen Morales

Velázquez leitet seit 2006 die weltweit angesehene Internationale Kommission gegen Straflosigkeit (Cicig) in Guatemala. Sie deckte bereits mehrere Skandale in dem Land auf. 2015 brachten ihre Ermittlungen zu einem kriminellen Netzwerk im Staatsapparat sogar den damaligen Präsidenten Otto Pérez Molina zu Fall.

Präsident Jimmy Morales | Bildquelle: REUTERS
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Präsident Morales soll einen Wahlkampf illegal finanziert haben.

In der vergangenen Woche hatte Cicig Korruptionsermittlungen gegen Morales eingeleitet. Ihm wird vorgeworfen, 2015 eine Wahlkampfkampagne illegal finanziert zu haben. Guatemala gilt als eines der korruptesten Länder weltweit.

UN-Sprecher: Rauswurf "schockierend"

Ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres hatte den geplanten Rauswurf "schockierend" genannt. Velásquez müsse mit dem Respekt behandelt werden, den er verdiene.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. August 2017 um 21:00 Uhr und die tagesschau am 28. August 2017 um 04:50 Uhr.

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