Iván Velásquez | Bildquelle: AFP

UN-Mann muss Guatemala verlassen Der Präsident entledigt sich des Ermittlers

Stand: 28.08.2017 06:39 Uhr

Guatemala gilt als eines der korruptesten Länder der Welt. Iván Velásquez leitet seit 2006 eine UN-Kommission, die dagegen ankämpfen soll. Nun wurde er vom Präsidenten des Landes verwiesen - kurz nachdem dieser selbst ins Visier des Ermittlers geraten war.

Guatemalas Präsident Jimmy Morales hat den Chefermittler einer UN-Sonderkommission des Landes verwiesen. Dieser hatte zuvor Korruptionsermittlungen gegen den Präsidenten eingeleitet. In einem auf der Twitterseite der Regierung geposteten Video erklärt Morales den UN-Ermittler zur unerwünschten Person und weist ihn an, das Land unverzüglich zu verlassen.

Guatemalas Verfassungsgericht stoppte die Ausweisung allerdings wenig später. Das teilte das Gericht nach einer eigens einberufenen Sondersitzung mit.

Guatemala gilt als eines der korruptesten Länder weltweit. UN-Ermittler Iván Velásquez leitet seit 2006 eine internationale Kommission, die bereits mehrere Skandale in dem zentralamerikanischen Land aufgedeckt hat. Morales wird vorgeworfen, 2015 eine Wahlkampfkampagne illegal finanziert zu haben.

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UN-Ermittler Iván Velásquez muss das Land verlassen, nachdem er...

Präsident Jimmy Morales | Bildquelle: REUTERS
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... Präsident Jimmy Morales ins Visier genommen hatte.

UN-Sprecher: Rauswurf "schockierend"

Ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres nannte den Rauswurf "schockierend". Velásquez müsse mit dem Respekt behandelt werden, den er verdiene. Die Botschaften internationaler Geberländer, die die UN-Kommission unterstützen - die USA, Deutschland, Kanada, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Schweden, die Schweiz sowie die EU - veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, in der sie Morales' Entscheidung bedauerten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. August 2017 um 21:00 Uhr.

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