Der britische Außenminister Johnson | Bildquelle: AFP

Nach Vergiftung von Ex-Spion Johnson droht Russland mit Sanktionen

Stand: 06.03.2018 16:31 Uhr

Die mutmaßliche Vergiftung des russischen Ex-Spions Skripal in Großbritannien droht zur politischen Krise zu werden. Außenminister Johnson drohte Russland mit einer "robusten Antwort" und neuen Sanktionen.

Die britische Regierung hat mit Konsequenzen gedroht, sollte sich herausstellen, dass Moskau hinter der Giftattacke auf einen russischen Ex-Doppelagenten steht. Außenminister Boris Johnson sagte in London, in diesem Fall werde die Regierung "angemessen und robust antworten". Denkbar seien neue Wirtschaftssanktionen. Außerdem stellte er die Präsenz von englischen Regierungsvertretern bei der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft in Russland in Frage. "Dann kann ich mir schwer vorstellen, dass das Vereinigte Königreich normal bei dem Turnier repräsentiert sein wird."

Identität bestätigt

Er bestätigte zugleich, dass es sich bei dem in Lebensgefahr schwebenden Mann um den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal handelt. Die mit ihm ebenfalls bewusstlos aufgefundene Frau sei Skripals 33-jährige Tochter Julia. Johnson sprach von einem "beunruhigenden" Vorfall in der 140 Kilometer südwestlich von London gelegenen Stadt Salisbury.

Der 66-jährige Skripal und seine Tochter waren dort am Sonntag bewusstlos auf einer Bank vor einem Einkaufszentrum aufgefunden worden. Sie werden der Polizei zufolge wegen "mutmaßlichen Kontakts mit einer unbekannten Substanz behandelt" und schweben in Lebensgefahr. Sie sind zur Behandlung in einem Krankenhaus. Mit welcher Substanz sie vergiftet wurden, steht noch nicht fest. Medienberichten zu folge soll es sich um das Betäubungsmittel Fentanyl handeln.

Laut britischen Medienberichten hatte die Familien Skripals schon mehrfach gewarnt, dass sie russischen Agenten verfolgt würde. In den vergangenen zwei Jahren kamen Skripals Frau, sein älterer Bruder und sein Sohn ums Leben - unter mysteriösen Umständen.

Vergiftung von Ex-Spion belastet britisch-russisches Verhältnis
tagesthemen 22:15 Uhr, 06.03.2018, Julie Kurz, ARD London

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Anti-Terroreinheit übernimmt

Wie ernst die Briten den Vorfall nehmen, zeigt, dass die Anti-Terroreinheit der Polizei die Leitung der Ermittlungen an sich gezogen hat. Es würden Zeugen befragt, forensische Proben genommen und toxikologische Untersuchungen ausgeführt, sagte der Chef der britischen Einheit Mark Rowley der BBC.

Denn der Fall weckt böse Erinnerungen: 2006 wurde schon einmal ein russischer Ex-Geheimagent in London vergiftet. Der Kremlgegner Alexander Litwinenko starb an einer Vergiftung mit radioaktivem Polonium. Die Substanz war ihm britischen Untersuchungen zufolge bei einem Treffen in einem Londoner Hotel in den Tee gemischt worden.

Ein britischer Richter stellte 2016 fest, dass Litwinenkos Tod ein von russischen Geheimdiensten ausgeführter Mordanschlag gewesen sei - wahrscheinlich mit der Zustimmung von Präsident Wladimir Putin.

Haupteingang des Krankenhauses von Salisbury | Bildquelle: AP
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In diesem Krankenhaus von Salisbury wird das Paar behandelt.

Kreml weist Beteiligung zurück

Damals wie heute weist Moskau jedoch jede Beteiligung zurück. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte zum Fall Skripal, Russland sei zur Kooperation mit den britischen Behörden bereit. Allerdings sei aus London noch keine entsprechende Bitte geäußert worden.

Skripal war 2006 in Russland zu 13 Jahren Haft verurteilt worden, wegen Spionage für die Briten. 2010 kam er im Rahmen eines Gefangenenaustauschs frei. Danach fand er Asyl in Großbritannien.

Ermittlungen im Fall des vergifteten Ex-Spions
Thomas Spickhofen, ARD London
06.03.2018 17:17 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 06. März 2018 die tagesschau um 14:00 Uhr, 16:00 Uhr und 17:00 Uhr sowie NDR Info um 17:20 Uhr.

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