Ein Brexit-Gegner posiert mit Marionetten von May und Corbyn vor dem Parlament in London | Bildquelle: dpa

Presse zur Großbritannien-Wahl "Eine kolossale Fehleinschätzung"

Stand: 09.06.2017 03:54 Uhr

Britische Medien sind sich auffallend einig: Premier May hat sich mit der Wahl verkalkuliert. Der "Daily Mirror" sieht sie vor "dem sensationellsten politischen Desaster seit Generationen", der "Daily Telegraph" zieht gar den Brexit in Zweifel.

Die britische Regierungschefin Theresa May dürfte sich mit der vorgezogenen Wahl gründlich verkalkuliert haben. Nach Bekanntwerden der ersten Prognosen sprechen die Medien der Insel von einer Fehlkalkulation der konservativen Premierministerin.

"The Times" schreibt:

Theresa May hatte gehofft, vergangene Nacht die politische Landkarte Großbritanniens zu verändern. (...) Stattdessen wurde sie nach ersten Anzeichen gedemütigt und ihre Partei steht ohne Mehrheit da. Sie hat gezockt und verloren. Politische Konfusion wird folgen."

Der "Daily Mirror" sieht May am seidenen Faden:

Theresa May stand vergangene Nacht vor dem sensationellsten politischen Desaster seit Generationen, als die Wahlprognose vorhersagte, dass sie ihre konservative Mehrheit verlieren würde. (...) Sollte sich dieses Ergebnis bestätigen, wenn alle Stimmen ausgezählt sind, wäre dies ein katastrophales Risiko, das eine schwache und wackelige Premierministerin eingegangen ist, die nach dieser kolossalen Fehleinschätzung nicht mehr lange in der Downing Street bleiben könnte.

"The Sun" sieht Großbritannien vor einer ungewissen Zukunft:

Chaos: Theresa May hat gezockt - und es sieht aus, als ob sie verloren hat. Großbritannien wird bald den Preis für dieses Versagen herausfinden. (...) Sollte die Prognose von letzter Nacht richtig sein, stehen wir vor einer verheerenden Phase von Ungewissheit und Unsicherheit.

Und die "Daily Mail" sieht Großbritannien auf Messers Schneide:

Großbritannien steuerte vergangene Nacht auf ein "hung parliament" zu, nachdem ein überraschender, starker Labour-Anstieg Jeremy Corbyn in die Downing Street befördern könnte. (...) Das Ergebnis stürzt Großbritannien ins politische Chaos.

Der "Guardian" hält May für gescheitert:

"Prognosen-Schock für May: Theresa Mays Wagnis, eine vorgezogene Wahl nach einem großen Vorsprung der Konservativen in den Umfragen auszurufen, scheint (...) fehlgeschlagen zu sein."

Ähnlich urteilten der "Daily Telegraph" und der "Daily Express":

Schock für May - Prognosen deuten auf "hung parliament" hin: Theresa Mays Wahl-Wagnis könnte letzte Nacht nach hinten losgegangen sein. (...) Dieses Ergebnis - wenn es sich bewahrheiten sollte - zieht sowohl Frau May als Premierministerin als auch den Brexit in Zweifel.

Theresa May stand vergangene Nacht ein Kampf bevor, um an der Macht zu bleiben, nachdem ihr Wahlpoker anscheinend nach hinten losgegangen ist.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Juni 2017 um 12:49 Uhr.

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