Ein aufgespannter Regenschirm mit dem Muster der Flagge Großbritanniens vor dem Parlamentsgebäude in London | Bildquelle: AFP

Austritt aus der EU Brexit-Verhandlungen beginnen Montag

Stand: 15.06.2017 18:39 Uhr

Knapp ein Jahr ist das Brexit-Referendum her - nun sollen am Montag auch die Austrittsgespräche offiziell beginnen. Hart oder wirtschaftsfreundlich soft? Es ist unklar, mit welcher Position die Briten in die Verhandlungen gehen.

Die Verhandlungen über den EU-Austritt Großbritanniens beginnen wie geplant am Montag. Darauf habe sich Brexit-Minister David Davis und der EU-Verhandlungsführer Michel Barnier geeinigt, erklärte die Regierung in London. Nach der Wahlschlappe der regierenden Tories bei der britischen Parlamentswahl waren Zweifel am Zeitplan für die Brexit-Verhandlungen laut geworden.

Premierministerin Theresa May strebt nach dem Verlust der absoluten Mehrheit eine Minderheitsregierung an und ist auf die Unterstützung der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP) angewiesen. Die Gespräche zwischen den beiden Parteien sind aber noch nicht abgeschlossen.

Lang erwartet

Die Briten hatten vor knapp einem Jahr für einen EU-Austritt ihres Landes gestimmt - beide Seiten reden dann erstmals offiziell über die Bedingungen der Trennung. Die Regierung reichte Ende März den Brexit-Antrag in Brüssel ein. Seitdem läuft eine zweijährige Frist für die Verhandlungen über die Entflechtung der beiderseitigen Beziehungen.

Welche Position vertritt May?

Die EU will zunächst über Garantien für die 3,2 Millionen EU-Bürger in Großbritannien sowie über die Schlussrechnung nach mehr als 40 Jahren Mitgliedschaft und die künftige Grenze zwischen Irland und Nordirland sprechen. Großbritannien will sofort auch über die künftigen Beziehungen und ein ambitioniertes Freihandelsabkommen reden.

Mit welcher Verhandlungsposition die Briten in die Verhandlungen gehen, ist derzeit allerdings noch offen. Premierministerin May hatte eigentlich einen harten Brexit angekündigt. Doch nach der Wahlschlappe ist auch eine weichere Variante möglich, die als wirtschaftsfreundlicher gilt.

Zankapfel Schlussrechnung

Ein wichtiger Streitpunkt dürfte die Schlussrechnung werden, die Brüssel London präsentiert. Die EU verlangt den britischen Anteil für Finanzentscheidungen, die man gemeinsam getroffen hat, vor allem für den EU-Haushalt, gemeinsame Fonds und Pensionslasten. Inoffizielle Berechnungen gehen von 100 Milliarden Euro oder mehr aus. Die britische Regierung hält derlei Beträge für völlig überzogen.

Brexit-Verhandlungen: Montag geht's los
K. Küstner, NDR Brüssel
15.06.2017 19:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Juni 2017 um 20:00 Uhr.

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