Britische Fahnen vor Big Ben | Bildquelle: dpa

Nach der Wahl Chaos-Tage in London

Stand: 11.06.2017 14:57 Uhr

Viel Verwirrung in London: Erst verkündete Mays Büro eine Einigung mit der DUP. Dann dementierten die Nordiren in aller Seelenruhe. Labour-Chef Corbyn hofft, Vorteile aus der Unsicherheit ziehen zu können - und rechnet schon bald mit erneuten Wahlen.

Von Sylvia Tiegs, ARD-Studio London

"Downing Street muss klarstellen: Es gibt noch keinen Deal zur Regierungsbildung mit der nordirischen DUP." Damit machte am Morgen nicht nur die BBC auf. Der schon am Anfang verfahrene Neustart für Theresa May beschäftigt das ganze Land. Und mit ihm die Frage: Haben die Mitarbeiter der Premierministerin etwas falsch verstanden - oder sind die Nordiren unzuverlässige Verhandlungspartner?

Arlene Foster und Theresa May | Bildquelle: AP
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DUP-Chefin Arlene Foster und Theresa May

Fest steht: Das Büro der Premierministerin hatte am Samstag eine Einigung mit der Democratic Unionist Party verkündet, die es nach den Worten von deren Parteichefin so noch gar nicht gibt. Arlene Foster, seit Freitag andauernd im Rampenlicht, verkündete morgens in aller Seelenruhe: "Wir hatten sehr gute Diskussionen mit den Konservativen über eine stabile, nationale Regierung - und diese Diskussionen dauern an."

Worüber diskutiert wird, sagte Frau Foster nicht. Aber Kenner der politischen Landschaft in Nordirland können sich schon denken, um was es geht: Die protestantische Regionalpartei wird Geld von London haben wollen, um Wohltaten über Nordirland verteilen zu können. Es werde teuer für die Premierministerin, so die einhellige Meinung. Wenn Theresa May überhaupt Regierungschefin bleiben kann. Ihr früherer Parteifreund und Minister George Osborne - seit seinem Raussschmiss aus der Regierung Mays Erzfeind - meint: Sie ist politisch tot.

May unter Druck
tageschau 20:00 Uhr, 11.06.2017, Hanni Hüsch, ARD London

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Kaum Unterstützung aus der eigenen Partei

Es sei nur noch eine Frage der Zeit, wie lange May sich halten könne, sagte Osborne am Vormittag im BBC-Fernsehen. Er ist aus der Politik ausgeschieden und kann sich solche harten Worte erlauben. Auffallend ist aber, dass niemand aus der konservativen Partei May beispringt. Ihr Rivale Boris Johnson hat zwar Zeitungsberichte als Unfug zurückgewiesen, er wolle sie beiseite drängen und selbst Regierungschef werden. Aber eine geschlossene Verteidigung für die Frau an der Spitze sieht anders aus.

Neuwahlen wären möglich, glaubt Corbyn

Der heimliche Wahlsieger ohne Mehrheit, Jeremy Corbyn von der Labour-Partei, hält seine politischen Karten derweil eng an der Brust. Aus dem Stand heraus kann auch Corbyn keine Koalition schmieden, ihm fehlen die Partner und die Stimmen. Hinter den Kulissen aber heißt es, Corbyn halte sich trotzdem bereit.

Der Labour-Chef selbst gibt sich ganz entspannt und staatsmännisch. Gestern wurde er beim Fußballspielen mit Jugendlichen in seinem Londoner Wahlkreis gesichtet, heute sagte er in der BBC: "Es ist gut möglich, dass wir bald Neuwahlen bekommen - denn diese Unsicherheit kann nicht andauern."

Britische Regierungsbildung verzögert sich
S. Tiegs, RBB
11.06.2017 14:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Juni 2017 um 15:00 Uhr.

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