In einer Reihe stehen Männer in Athen zusammen und rufen Parolen gegen die Sparpolitik. | Bildquelle: dpa

Schuldenkrise in Griechenland Stillstand und Protestmarsch

Stand: 17.05.2017 16:27 Uhr

Erneut haben die größten Gewerkschaften in Griechenland zum Generalstreik aufgerufen, zudem nahmen Tausende an Protesten teil. Stoppen können sie das neue Sparpaket wohl trotzdem nicht - schließlich hängen an ihm weitere Finanzspritzen.

Mit Streiks und Protesten haben sich die Griechen gegen die seit Jahren andauernde Sparpolitik ihrer Regierung ausgesprochen. Die größten Gewerkschaften des Landes hatten zum Ausstand aufgerufen - im Verkehr, in Kliniken und in Ämtern herrschte zwischenzeitlich Stillstand.

Urlauber stecken auf Inseln fest

An den Streiks beteiligten sich die staatliche Bahn und Busunternehmen in der Hauptstadt Athen. Auch die Fluglotsen legten am Vormittag für vier Stunden die Arbeit nieder, mehrere Flüge mussten verschoben werden oder fielen ganz aus. Bereits seit Dienstag bleiben die Fähren, die auf der Ägäis und dem Ionischen Meer unterwegs sind, in den Häfen. Auf den damit vom Festland abgeschnittenen Inseln sitzen zahlreiche Urlauber fest. Die Seeleute wollen noch bis Samstag weiterstreiken.

In Krankenhäusern wurden teils nur Notfälle behandelt, auch Lehrer und Staatsbedienstete beteiligten sich am Ausstand. Viele Museen, Schulen, Ministerien und Ämter blieben geschlossen.

Krawalle in Athen

In mehreren Städten versammelten sich die Menschen zu Demonstrationen und Protestmärschen - die größte Aktion fand in Athen statt. Die Gewerkschaften sprachen von bis zu 15.000 Menschen, die sich an einer Demonstration beteiligten. In der Innenstadt kam es zu Auseinandersetzungen: Die Demonstranten warfen Brandsätze und Feuerwerkskörper auf die Sicherheitskräfte. Die Polizei setzte im Gegenzug Tränengas ein.

Polizisten weichen vor den Flammen der Brandsätze, die Demonstranten auf sie geworfen haben, zurück. | Bildquelle: dpa
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In Athen warfen Demonstranten Brandsätze auf die Polizisten...

Ein vermummter Demonstrant steht in Schwaden von Tränengas. | Bildquelle: dpa
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... diese setzte wiederum Tränengas ein.

Am Donnerstagabend will das griechische Parlament über ein weiteres Sparpaket abstimmen. Es sieht Rentenkürzungen und Steuererhöhungen von rund 4,9 Milliarden Euro vor. Die Zustimmung für die weiteren Sparmaßnahmen ist Voraussetzung, damit der mit rund 315 Milliarden Euro verschuldete Staat weitere Unterstützung durch die internationalen Geldgeber erhält. Seit 2010 bekommt Griechenland finanzielle Hilfe.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. Mai 2017 um 17:45 Uhr.

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