Protestierende Flüchtlinge in Idomeni | Bildquelle: AP

Versuchte Grenzstürmung von Flüchtlingen Eskalation in Idomeni

Stand: 01.03.2016 02:26 Uhr

Tausende Flüchtlinge sitzen derzeit an der griechisch-mazedonischen Grenze fest - die Stimmung ist aufgeheizt. Am Vormittag brach sich der Frust der Menschen Bahn. Mit Eisenstangen versuchten die Migranten, die Grenze zu passieren. Doch der Plan scheiterte.

Die Bilder der versuchten Grenzstürmung in Idomeni zeigen: Der Frust und die Verzweiflung der Flüchtlinge an der griechisch-mazedonischen Grenze sind groß. Seit Tagen sitzen 7000 Menschen im Camp fest - jeden Tag dürfen nur wenige die Grenze passieren.

Ausschreitungen an der griechisch-mazedonischen Grenze
tagesthemen 22:30 Uhr, 29.02.2016, Ellen Trapp, ARD Rom

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300 Menschen am Grenzzaun

Am Vormittag die Eskalation: Rund 300 Menschen rissen einen Teil des Grenzzaunes nieder. Die mazedonische Polizei antwortete mit Tränengas und Blendgranaten. Die Stimmung war aufgeheizt, Steine flogen in Richtung der Grenzpolizisten. Einigen Flüchtlingen gelang es, die Grenze zu passieren. Später wurden sie jedoch von der Polizei wieder aufgehalten.

Insgesamt 15 Menschen wurden verletzt, unter ihnen auch neun Kinder. Inzwischen hat sich die Lage in Idomeni wieder beruhigt. Allerdings ist die Stimmung weiter "angespannt", wie ARD-Korrespondentin Ellen Trapp mitteilte. Als Grund nannte sie die schlechten humanitären Bedingungen in Idomeni. Seit Tagen müssen viele Flüchtlinge trotz eisiger Kälte im Freien schlafen.

Trapps Kollege Christian Limpert sagte im Nachtmagazin, für die Nacht seien wohl tatsächlich alle Flüchtlinge in Zelten untergekommen.

Christian Limpert, ARD Rom, zzt. Idomeni, zur Lage an der Grenze
nachtmagazin 00:35 Uhr, 01.03.2016

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580 Flüchtlinge pro Tag

Auslöser des versuchten Durchbruchs war offenbar ein Gerücht, wonach Mazedonien angeblich seine Grenze wieder für alle Migranten geöffnet habe. Allerdings stimmte das nicht.

Tränengas gegen Flüchtlinge - Eskalation an der mazedonischen Grenze
Brennpunkt, 29.02.2016

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Derzeit dürfen lediglich Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak die mazedonisch-griechische Grenze passieren. Der Grund: Die Länder an der Balkanroute - Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slowenien - hatten sich unter Führung Österreichs darauf verständigt, täglich nur noch bis zu 580 Migranten nach Norden durchzulassen. In der Nacht zum Montag durften 305 Flüchtlinge nach Norden weiterreisen, wie griechische Polizisten mitteilten. Da der Zustrom der Menschen aus der Türkei nach Griechenland weiter anhält, sitzen schätzungsweise 25.000 Menschen in Griechenland fest.

"Jedes Land muss eigene Lösungen finden"

Der mazedonische Präsident Djordje Ivanov verteidigte das Vorgehen seines Landes. "Wir haben unsere eigenen Entscheidungen getroffen. In Zeiten der Krise muss jedes Land seine eigenen Lösungen finden", sagte er "Spiegel Online". Wenn sein Land auf EU-Vorgaben gewartet hätte, "wäre Mazedonien mit Flüchtlingen überschwemmt worden".

EU bereitet Nothilfe vor

Um die Situation der Flüchtlinge zu verbessern, bereitet die EU-Kommission umfangreiche Nothilfen vor. Brüssel sei bereit, "alle verfügbaren Instrumente" zu nutzen, um eine humanitäre Krise zu verhindern, sagte eine Sprecherin. Demnach geht es etwa um Unterstützung beim Grenzschutz sowie um die Bereitstellung von Unterkünften, Sachleistungen und finanziellen Hilfen.

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