Ansturm von Flüchtlingen auf Grenzübergang Idomeni | Bildquelle: REUTERS

Mazedonische Polizei setzt Tränengas ein Flüchtlinge stürmen Grenzübergang Idomeni

Stand: 29.02.2016 14:32 Uhr

Am Grenzübergang Idomeni haben Flüchtlinge die Grenzanlage gestürmt. Die mazedonische Polizei antwortete mit Tränengas und versuchte, den Zaun zu sichern. In Idomeni stecken derzeit rund 7000 Flüchtlinge fest.

Hunderte Flüchtlinge haben den griechisch-mazedonischen Grenzübergang Idomeni gestürmt. Die mazedonische Polizei setzte Tränengas ein, um die Menschen zu stoppen. Eine Gruppe von rund 300 Flüchtlingen aus dem Irak und Syrien überwand Polizeiabsperrungen und drang auf die Bahnstrecke vor, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtete.

Mazedonische Polizisten versuchten, den Zaun zu stützen. Die griechische Polizei hielt sich zunächst aus Angst vor einer Eskalation zurück. Mindestens 15 Menschen wurden verletzt - unter ihnen laut ARD-Korrespondentin Ellen Trapp auch neun Kinder.

Schon in den vergangenen Tagen hatten Menschen in Sprechchören verlangt, die Grenze zu öffnen. Am Grenzübergang zwischen Griechenland und Mazedonien harren nach Schätzungen mehr als 7000 Migranten aus. In der Nacht zum Montag durften 305 Flüchtlinge nach Norden weiterreisen, wie griechische Polizisten sagten. Seit etwa 4.00 Uhr am frühen Montagmorgen sei der Grenzzaun geschlossen, hieß es. 

Ellen Trapp, ARD Rom, zur Lage an der griechisch-mazedonischen Grenze
tagesschau 14:00 Uhr, 29.02.2016

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Gerücht löste Erstürmung offenbar aus

Auslöser war nach Medienberichten ein Gerücht, wonach Mazedonien angeblich seine Grenze wieder für alle Migranten geöffnet habe. "Frei, frei, wir können rüber", schrie ein Flüchtling im griechischen Fernsehen. Griechische Grenzpolizisten sagten, das Gerücht stimme nicht, die Grenze sei geschlossen.

Mazedonien, erstes Land auf der sogenannten Balkanroute, hatte kürzlich ebenso wie Serbien und die EU-Staaten Kroatien, Österreich und Slowenien Tageshöchstgrenzen für die Einreise von Flüchtlingen eingeführt. Zudem lässt das Land fast nur noch Menschen aus Syrien und dem Irak passieren. Die Flüchtlinge kommen zumeist über die Türkei und wollen nach Nordeuropa.

Monika Kalinowska @mkalinowskaa
Fence was broken, followed by gas bombs. People are gassed, children are crying, chaos. https://t.co/MCRF4JkNAX
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