Auf einem Gebäude prangt das Google-Logo. | Bildquelle: REUTERS

Einfluss auf US-Wahlkampf Russische Fake News auch bei Google?

Stand: 09.10.2017 16:28 Uhr

Nahm Russland auch über Google Einfluss auf die Wahl in den USA? Darauf gibt es laut einem Medienbericht jetzt erste Hinweise. Auch auf Facebook und Twitter hatten russische Auftraggeber Tausende Anzeigen mit Falschinformationen platziert.

Russische Auftraggeber haben der "Washington Post" zufolge auch über Google versucht, mit Falschinformationen Einfluss auf die US-Präsidentenwahl zu nehmen. Der Suchmaschinenbetreiber habe erstmals Hinweise auf entsprechende Anzeigen auf YouTube und bei anderen Produkten des Konzerns entdeckt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit den internen Ermittlungen vertraute Personen. Dafür seien nach ersten Erkenntnissen Zehntausende Dollar ausgegeben worden.

Hinter den Anzeigen stehe offenbar eine andere Gruppe als hinter ähnlichen auf Facebook geschalteten Anzeigen. Dies könne darauf hindeuten, dass die mutmaßliche russische Desinformationskampagne größer als bislang bekannt angelegt gewesen sei.

3000 verdächtige Anzeigen auf Facebook

Facebook hatte im September erklärt, in den Monaten vor und nach der Wahl 2016 seien etwa 3000 Anzeigen mit polarisierenden Inhalten geschaltet worden. Diese sollten Spannungen zwischen ethnischen und sozialen Gruppen in Amerika schüren. Sie seien rund zehn Millionen Amerikanern angezeigt werden.

Facebook schloss zugleich nicht aus, dass noch weitere verdächtige Aktivitäten gefunden werden. Die Auftraggeber säßen vermutlich in Russland. Auch Twitter sprach von Anzeigen, die von Russland ausgegangen seien.

Unternehmen sagen vor US-Kongress aus

Vertreter der drei Tech-Konzerne sollen am 1. November vor dem Kongress über die Vorgänge aussagen. Nach Einschätzung der US-Geheimdienste beeinflusste die russische Regierung die Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr. Die Regierung in Moskau hat dies zurückgewiesen.

US-Präsident Donald Trump erklärte, es habe keine Kooperation zwischen seinem Wahlkampfteam und Russland gegeben. Mehrere US-Ermittlergruppen befassen sich mit den Vorgängen.

Google kommentierte die Informationen zunächst nicht. Das Unternehmen ist der weltgrößte Online-Anzeigenbetreiber und YouTube die größte Video-Plattform im Netz.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Oktober 2017 um 15:00 Uhr.

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