Trecker sprüht Pflanzenschutzmittel gegen Unkraut | Bildquelle: dpa

Frankreich will Glyphosat-Verkauf einschränken Kein "Roundup" mehr in Gartenzentren

Stand: 14.06.2015 16:56 Uhr

Wer Unkraut bekämpfen will, nutzt oft Pestizide. Glyphosat ist dafür der weltweit am häufigsten eingesetzte Wirkstoff - aber möglicherweise krebserregend. Frankreich will nun den Verkauf des bekannten Produktes "Roundup" in Gartenzentren verbieten.

Frankreichs Landwirtschaftsministerin Ségolène Royal hat ein Verkaufsverbot für das umstrittene Pflanzenschutzmittel "Roundup", das Glyphosat enthält, in Gartenzentren angekündet. Frankreich müsse beim Stopp von Pestiziden "in die Offensive gehen", sagte die Ministerin in einem Interview. Sie habe daher die Gartenzentren des Landes aufgefordert, das Mittel aus dem Sortiment zu nehmen.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Unterorganisation der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hatte den Stoff Glyphosat im März als "wahrscheinlich" krebserregend eingestuft.

Glyphosat ist der weltweit am häufigsten eingesetzte Wirkstoff zur Bekämpfung von Unkraut. Neben Landwirten nutzen auch Städte und Unternehmen die Chemikalie, um ihre Grünflächen frei von Unkräutern zu halten. Bekanntestes Produkt ist "Roundup", das sich das US-Unternehmen Monsanto Anfang der 70er Jahre patentieren ließ.

Kritik des Herstellers

Monsanto kritisierte die Einschätzung und warf der IARC vor, "absichtlich" Untersuchungen außer Acht gelassen zu haben, die in Glyphosat keine Gefahr für die menschliche Gesundheit sehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte bei einer Untersuchung 2014 nach eigenen Angaben keine Hinweise darauf gefunden, dass Glyphosat krebserregend sein könnte.

Die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA überprüft momentan die Zulassung von Glyphosat und will noch in diesem Jahr entscheiden, ob der Einsatz des Pestizids begrenzt werden soll.

Keine Rechtsgrundlage für Verbot

Die Verbraucherschutzminister in Deutschland hatten die Bundesregierung im Mai zu einem Verbot von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Glyphosat aufgefordert. Damit soll erreicht werden, dass derartige Mittel nicht mehr an Privatpersonen verkauft werden dürfen. Das Landwirtschaftsministerium hatte daraufhin erklärt, für ein Verbot fehle noch die Rechtsgrundlage. Derzeit laufe ein Bewertungsverfahren durch die Europäische Union, das abgewartet werden müsse.

Die Grünen im Bundestag hatten Baumärkte im Mai zu einem freiwilligen Verzicht auf Glyphosat aufgerufen. Einige Unternehmen hatten erklärt, künftig auf den Verkauf von Glyphosat-Produkten zu verzichten.

In Deutschland fordern fünf rot-grün regierte Länder von der Bundesregierung bis September eine Studie über die Belastung von Lebensmitteln mit Glyphosat.

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